persons Jerusalem, Wilhelm

General Info

Name Jerusalem, Wilhelm
Alternative Names
  • Name laut ÖBL XML: Jerusalem, Wilhelm
  • ID 74546
    Gender male
    Notes None
    References None
    Lifespan 11.10.1854 - 15.7.1923
    Professions Geisteswissenschaft, Philosoph und Pädagoge
    Collection(s)
  • ÖBL complete import test 30.8.16
  • Mittelalter 7.9.2016
  • Lyon export test data
  • Geisteswissenschaftler 6-19
  • ÖBL Biographie
  • Uri(s) http://d-nb.info/gnd/117116149

    Relations

    Institution

    Start End relation type Related institution
    1923 1923 war Mitarbeiter von >> war o. Professor Universität Wien

    Person

    Start End Relation type Related person
    war Schüler von Wundt, Wilhelm
    rezipierte Westermarck, Edward

    Place

    Start End relation type Related place
    Geburtsort Dřenice
    Sterbeort Wien
    1885 1920 wirkte in Wien
    ausgebildet in Prag

    Label

    Label Label type ISO Code
    Jerusalem, Wilhelm Name laut ÖBL XML deu

    Texts

    Texts

    ÖBL Haupttext

    Stud. 1872–76 an der Univ. Prag klass. Philol., befaßte sich aber aus Familientradition während der Gymn.- und Univ. Stud. auch eingehend mit dem Stud. des Hebr., des Alten Testamentes und des Talmuds. 1876 Supplent am Gymn. Prag-Neustadt, 1878 Gymn. Prof. in Nikolsburg, 1885 bis 1920 in Wien VIII.; 1878 Dr.phil. (Prag), 1891 Priv. Doz. für Phil. an der Univ. Wien, 1903 Erweiterung der Lehrbefugnis auf Pädagogik, 1920 ao. Prof. der Phil. und Pädagogik an der Univ. Wien, 1923 tit. o. Prof. Grundrichtung von J.s Phil. ist die genet., biolog, und soziolog. Betrachtungsweise des menschlichen Geisteslebens. In der Psychol. Schüler von W. Wundt, bot er insbesondere für die Probleme der Allgemeinvorstellung („Inbegriff der biolog. wichtigen Merkmale eines Objektes oder einer Klasse von Objekten“), des Urteilsvorgangs („fundamentale Apperzeption“), der Zeitanschauung, der Einteilung der Affekte u. a. eigene Fassungen. Sein erkenntnistheoret. Standpunkt ist ein empir. fundierter krit. Realismus, von dem aus er sich auch den Zugang zu einer Metaphysik offen hielt, deren Grundlagen der eth. Monotheismus der Propheten und die Überzeugung von der Einheit von Religion und Sittlichkeit bildeten. In der Soziol. ging er von der „Völkerpsychologie“ der Herbartianer Lazarus und Steinthal aus und schloß sich später der evolutionist.-ethnolog. Richtung von E. Westermarck und E. Dürckheim an. Für die Pädagogik leistete er Wertvolles namentlich zur Didaktik der klass. Sprachen und der philosoph. Propädeutik und zu den Problemen der höheren Allgemeinbildung und der Berufsaufgaben des Lehrers an höheren Schulen. In die Diskussion über Staat und Sittlichkeit nach dem Ersten Weltkrieg griff er in bemerkenswerter Weise durch die Prägung des Begriffes der „Staatenwürde“ ein. Er setzte sich auch für das richtige Verständnis des amerikan. Pragmatismus und für Einführung der Soziol. auf den Hochschulen ein.

    ÖBL Kurzinfo

    Jerusalem Wilhelm, Philosoph und Pädagoge. * Drenitz (Drenice, Böhmen), 11. 10. 1854; † Wien, 15. 7. 1923.