persons Heinrich, Gustav

General Info

Name Heinrich, Gustav
Alternative Names
  • Name laut ÖBL XML: Heinrich, Gustav (Gusztáv)
  • alternative Namensform: Gusztáv
  • ID 92217
    Gender male
    Notes None
    References None
    Lifespan 17.3.1845 - 7.11.1922
    Professions Geisteswissenschaft, Literaturwissenschaftler, Politiker und Lehrer
    Collection(s)
  • ÖBL additional import 4online 2.9.16
  • Geisteswissenschaftler 6-19
  • ÖBL Biographie
  • Uri(s) http://d-nb.info/gnd/116665726

    Relations

    Person

    Place

    Start End relation type Related place
    Geburtsort Budapest
    Sterbeort Budapest

    Label

    Label Label type ISO Code
    Heinrich, Gustav (Gusztáv) Name laut ÖBL XML deu
    Gusztáv alternative Namensform deu

    Texts

    Texts

    ÖBL Haupttext

    Sohn des Beamten Johann (János) Heinrich und von Elisabeth (Erzsébet) Heinrich, geb. Fleischer. – H. besuchte 1854–58 das Evangelische Gymnasium, 1858–59 das Piaristen-Gymnasium sowie 1859–62 das Königlich Katholische Gymnasium in Pest. In der Folge studierte er Germanistik, Geschichte und Geographie: 1863–64 in Leipzig bei August Theodor Möbius und Friedrich Zarncke, 1864–65 in Wien bei →Franz Pfeiffer sowie 1866–67 in Pest. 1867 Dr. phil. an der Universität Pest, erhielt er 1871 das Lehrerdiplom für deutsche Sprache und Literatur, Geschichte sowie Geographie und habilitierte sich für Germanistik mit seiner Arbeit „Über die deutsche Sprachfamilie“. 1867–75 Gymnasiallehrer in Pest, wirkte H. 1871–75 als Privatdozent für deutsche Sprache und Literatur, 1875–78 als ao. Professor, 1878–1905 als o. Professor für Germanische Philologie (infolge der Umbenennung des Lehrstuhls ab 1896 als o. Professor für Deutsche Literaturwissenschaft). 1886–95 Dekan der philologischen Fakultät, fungierte er 1903–04 als Rektor der Universität Budapest; 1905 trat er in den Ruhestand. H. bekleidete wichtige Positionen im Bereich der Bildungspolitik: 1896–98 war er stellvertretender Direktor, 1899–1906 Direktor der Mittelschul-Lehrer-Präparandie in Budapest, ab 1873 Mitglied der Prüfungskommission für Lehrerausbildung, ab 1875 Mitglied sowie 1890–94 geschäftsführender Vizepräsident des Rates für Lehrerausbildung. Er trat auch als Lehrbuchautor in Erscheinung (u. a. „Deutsches Lehr- und Lesebuch für höhere Lehranstalten, insbesondere für Obergymnasien und Oberrealschulen“, 4 Bde., 1870–77). H. gilt als einer der vielseitigsten Literaturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts in Ungarn. 1877 gründete er die sprach- und literaturwissenschaftliche Fachzeitschrift „Egyetemes Philologiai Közlöny“, die er bis 1891 mit →Emil Thewrewk von Ponor redigierte, war 1891 Mitbegründer der literaturwissenschaftlichen Fachzeitschrift „Irodalomtörténeti Közlemények“ und redigierte 1905–20 das offizielle Organ der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (Magyar Tudományos Akadémia), „Akadémiai Értesítő“. In erster Linie von →Wilhelm Scherer beeinflusst, war H. maßgeblich an der Einführung einer positivistisch orientierten Literaturwissenschaft beteiligt und trug somit zur methodischen Ausrichtung der Germanistik sowie zur Etablierung der Komparatistik in Ungarn bei. Davon zeugen sowohl seine monographischen Arbeiten (u. a. „Bánk bán a német költészetben“, 1879; „Boccaccio élete és művei“, 1882; „Ossian“, 1903; „Magyar elemek a német költészetben“, 1909; „Faust“, 1914; „Tannhäuser“, 1915; „A Don Juan-monda“, 1917) als auch seine Texteditionen älterer ungarischer Literatur in der von ihm 1897 begründeten Reihe „Régi Magyar Könyvtár“ sowie die von ihm herausgegebene bzw. zum Teil selbst verfasste Geschichte der Weltliteratur „Egyetemes irodalomtörténet“ (4 Bde., 1903–11). 1882 o. Mitglied der Kisfaludy-Gesellschaft, 1892–1904 Präsident, ab 1904 Ehrenpräsident der pädagogischen Gesellschaft Magyar Paedagógiai Társaság, ab 1902 Präsident der Budapesti Philologiai Társaság, war H. ab 1880 korrespondierendes, ab 1892 o. Mitglied, 1905–20 Generalsekretär der Magyar Tudományos Akadémia und ab 1910 Mitglied des Oberhauses.

    ÖBL Kurzinfo

    Heinrich Gustav (Gusztáv), Literaturwissenschaftler, Politiker und Lehrer. Geb. Pest (Budapest, H), 17. 3. 1845; gest. Budapest (H), 7. 11. 1922; evang. AB.