persons Blau, Tina

General Info

Name Blau, Tina
Alternative Names
  • Name laut ÖBL XML: Blau (Blau-Lang), Tina (Regina Leopoldine)
  • alternative Namensform: Blau-Lang
  • alternative Namensform: Regina Leopoldine
  • ID 92486
    Gender female
    Notes
    References
    Lifespan 15.11.1845 - 31.10.1916
    Professions Bildende und angewandte Kunst, Malerin
    Collection(s)
  • ÖBL additional import 4online 2.9.16
  • Künstlerhaus Aussteller 31.08.2017
  • Bildende und angewandte Kunst 5-19
  • Preisträger KH 2.7.2019
  • ÖBL Biographie
  • Uri(s) http://d-nb.info/gnd/119270056

    Relations

    Person

    Start End Relation type Related person
    war Schüler von Schaeffer von Wienwald, August
    stand in Kontakt Schindler, Emil Jakob
    stand in Kontakt Makart, Hans
    stand in Kontakt Fickert, Auguste
    stand in Kontakt Ebner von Eschenbach, Marie Freifrau
    stand in Kontakt Mayreder, Rosa
    hatte als Schüler Schön, Clara
    war verheiratet Lang, Heinrich

    Place

    Start End relation type Related place
    Geburtsort Wien
    Sterbeort Wien

    Label

    Label Label type ISO Code
    Blau (Blau-Lang), Tina (Regina Leopoldine) Name laut ÖBL XML deu
    Blau-Lang alternative Namensform deu
    Regina Leopoldine alternative Namensform deu

    Texts

    Texts

    ÖBL Haupttext

    Tochter des Militärarztes und späteren Zahnarztes Simon Blau (geb. Prag, Böhmen / Praha, CZ, 28. 2. 1811; gest. Wien, 2. 12. 1880) und der Theresia Blau, geb. Schlesinger (geb. Battelau, Mähren / Batelov, CZ, 24. 12. 1811; gest. Wien, 5. 8. 1894); ab 1883 verheiratet mit dem Münchner Pferde- und Schlachtenmaler Heinrich Lang (geb. Regensburg, Bayern/D, 24. 4. 1838; gest. München, Bayern/D, 8. 7. 1891). – Gefördert vom Vater, nahm B. mit 14 Jahren ersten Malunterricht bei Antal Hanély, ab 1860 bei →August Schaeffer von Wienwald, der sie zum Malen in der freien Natur (Mähren, Siebenbürgen 1861–62) motivierte; 1865 besuchte sie die Malschule von Josef Matthäus Aigner. Bereits 1867 nahm sie mit „Kalkofen bei Abendbeleuchtung“ an einer Ausstellung im Österreichischen Kunstverein teil. 1869–73 hielt sie sich in München auf, wo sie in Ausstellungen die französischen Realisten (Schule von Barbizon) studierte und die private Malschule des Münchner Historienmalers Wilhelm Lindenschmit des Jüngeren besuchte; dazwischen weilte sie immer wieder in Österreich. Ab 1872 kam sie in Kontakt mit der Künstlerkolonie um →Emil Jakob Schindler und bereiste mit diesem gemeinsam 1873–74 Ungarn (u. a. Szolnok) und 1875 Holland (hier nahmen ihre Bilder einen warmen rötlich-braunen Farbton an). Ab 1877 unterhielt B. ein gemeinsames Prater-Atelier mit Schindler, das sie 1879 übernahm, und es entstanden ihre ersten Praterbilder. Es folgten Reisen nach Italien – 1876 Venedig, 1879 Rom und Neapel, 1885 Rom –, wobei in ihren Arbeiten unter dem Eindruck des südlichen Lichts eine Aufhellung der Farbpalette stattfand. Ihr 1882 im Wiener Künstlerhaus präsentiertes Hauptwerk „Frühling im Prater“ (Österreichische Galerie Belvedere, 1899 angekauft) erfuhr wegen seiner Helligkeit vorerst Ablehnung, wurde aber auf Fürsprache von →Hans Makart ausgestellt, 1883 (auf Einladung des französischen Kulturministers Antonin Proust) im Pariser Salon präsentiert und mit der Auszeichnung Mention honorable prämiert. In der Folge reiste sie nach Barbizon und Fontainebleau und stattete das Palais Zierer (Wien 4, 1882) mit Deckenfresken (Blumenmotive) aus. Ihr 1888/89 entstandenes Werk „Gestürzte Größe“ wurde auf den Weltausstellungen Paris (1889) und Chicago (1893) ausgezeichnet. Ab 1889 wirkte B. als Lehrerin für Landschaft und Stillleben an der 1884 gegründeten Damenakademie des Münchner Künstlerinnen-Vereins. Nach dem Tod ihres Ehemanns übersiedelte sie 1894 nach Wien und unterrichtete 1898–1915 an der 1897 gegründeten Kunstschule für Frauen und Mädchen; 1904–08 unternahm sie Reisen nach Holland, Istrien sowie 1914 nach Ungarn. B. unterhielt Kontakte zu →Auguste Fickert, →Marie Freifrau Ebner von Eschenbach und →Rosa Mayreder, die ab 1899 B.s Malkurse besuchte und unter dem Pseudonym Franz Arnold Rezensionen über B.s Arbeiten verfasste. Ihr Œuvre zeigte die Künstlerin auf zahlreichen internationalen und nationalen Ausstellungen, u. a. auf der Weltausstellung in Antwerpen (1885), der Jubiläums-Ausstellung in Berlin (1886), 1890 – als Wanderausstellung konzipiert – im Münchner Kunstverein (dann in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig) und in Wien (1900: Kunsthandlung S. Kende; 1909, 1914: Galerie Arnot). B. ist als Freilichtmalerin unter der Wiener Künstlerschaft ihrer Zeit eine Ausnahmeerscheinung. Sie orientierte sich nicht am romantisch geprägten Stimmungsimpressionismus, sondern entwickelte unter dem Einfluss der französischen Realisten eine nüchterne, wirklichkeitsnahe Malweise. Die anfänglich noch tonig gemalten Bilder wurden nach den Italienreisen immer heller und kleinteiliger. Neben kleinen Skizzen entstanden großformatige Bilder mit fleckig impressionistischem Farbauftrag unter Einbeziehung der ortsspezifischen Lichtverhältnisse, zum Teil in kräftigen Farben. B. schilderte das moderne Leben der kleinen Leute, wobei sie ihren Motiven eine unsentimentale, kühle, fast wissenschaftliche Objektivität der Natursicht zugrunde legte. 1894 erhielt sie die Königlich Bayerische Medaille am Band, 1897 die Kleine goldene Medaille der Wiener und 1912 die Große goldene Staatsmedaille der Salzburger Künstlergenossenschaft. Ab 1909 war sie korrespondierendes Mitglied des Aquarellisten-Clubs.

    ÖBL Kurzinfo

    Blau (Blau-Lang) Tina (Regina Leopoldine), Malerin. Geb. Wien, 15. 11. 1845; gest. ebd., 31. 10. 1916 (Ehrengrab: Wiener Zentralfriedhof); mos., ab 1883 evang. AB.

    Online Edition Haupttext