persons Czerny, Carl

General Info

Name Czerny, Carl
Alternative Names
  • Name laut ÖBL XML: Czerny (Černý), Carl
  • alternative Namensform: Černý
  • ID 92603
    Gender male
    Notes None
    References None
    Lifespan 21.2.1791 - 15.7.1857
    Professions Musik und darstellende Kunst, Pianist, Pädagoge und Komponist
    Collection(s)
  • ÖBL additional import 4online 2.9.16
  • ÖBL Biographie
  • Uri(s) http://d-nb.info/gnd/118677667

    Relations

    Person

    Start End Relation type Related person
    undefined Bäuerle, Friederike
    undefined Beethoven, Ludwig van
    undefined Thalberg, Sigismund
    undefined Blahetka, Marie Leopoldine
    undefined Liszt, Franz von
    undefined Moscheles, Ignaz
    undefined Reicha, Anton Josef

    Place

    Start End relation type Related place
    Geburtsort Wien
    Sterbeort Wien

    Label

    Label Label type ISO Code
    Czerny (Černý), Carl Name laut ÖBL XML deu
    Černý alternative Namensform deu

    Texts

    Texts

    ÖBL Haupttext

    Enkel des mit Georg Anton Benda befreundeten Beamten und Geigers Dominik Czerny, Sohn von Wenzel Czerny (geb. Nimburg, Böhmen / Nymburk, CZ, 12. 10. 1752; gest. Wien, 1832), der zunächst als Oboist beim Militär und ab 1786 als Klavierlehrer in Wien wirkte, und seiner Frau Maria, geb. Ruzitschka. – Wenzel Czernys Tätigkeit als Klavierlehrer führte die Familie 1791–95 nach Polen. So erhielt C., der bereits mit drei Jahren Klavier zu spielen begann und mit sieben seine ersten Kompositionen zu Papier brachte, den ersten Klavierunterricht auch von seinem Vater und konnte dank seiner außergewöhnlichen Begabung bereits als Neunjähriger in einem der Wiener Augartenkonzerte als Interpret von Mozarts c-Moll-Konzert Nr. 24 auftreten. Von essentieller Bedeutung für C.s weitere Laufbahn wurde der von Wenzel Krumpholtz, einem Geiger des Hofopernorchesters, arrangierte Besuch bei →Ludwig van Beethoven, der ihn unverzüglich als Schüler aufnahm. Binnen Kurzem machte sich C. in Wien als Interpret der neuen Klavierwerke seines Lehrers (1806 war er etwa der Solist bei der Uraufführung von Beethovens erstem Klavierkonzert) einen Namen. Trotz dieser Erfolge beendete C. seine Solistenkarriere früh, um sich dem Unterrichten zu widmen, mit dem er etwa in seinem 15. Lebensjahr begann. Seine wichtigsten Schülerinnen und Schüler waren Theodor Döhler, Stephen Heller, →Sigismund Thalberg, →Marie Leopoldine Blahetka, Ninette de Belleville sowie →Franz von Liszt, den er ab 1819 unterrichtete und mit dem ihn ebenfalls eine lebenslange Freundschaft verband (1852 widmete ihm Liszt seine „Études d’exécution transcendante“). Auch Beethovens Neffe Karl wurde ein Schüler C.s. Im Unterricht verwendete er v. a. Werke Beethovens, Muzio Clementis, →Ignaz Moscheles’ und Johann Sebastian Bachs. C.s Name ist heute untrennbar mit seinen zahlreichen Studienwerken für Klavier verbunden, die sich an Anfänger (etwa „Die Schule der Geläufigkeit“) ebenso richten wie an bereits gereifte Pianisten („Schule des Virtuosen“). Dazu kommen Stücke, die sich den unterschiedlichen Anschlagsarten oder dem Fugenspiel widmen. Die größte Popularität erlangte C.s „Vollständige theoretisch-practische Pianoforte-Schule …“ (1839). Der Rest seines mehr als 1.000 Werke umfassenden kompositorischen Œuvres ist dagegen weitgehend vergessen. Es beinhaltet Klavierkonzerte, Sonaten, Kirchenmusik (darunter 24 Messen), aber ebenso Sinfonien, Kammermusik, Chöre, Gesänge und Bühnenwerke. Stilistisch stehen seine Kompositionen der Wiener Klassik nahe, es finden sich jedoch in geringerem Umfang auch Einflüsse der Romantik. Die Rezeption dieser teils erst Ende des 20. Jahrhunderts wiederentdeckten Stücke ist von einer negativen Beurteilung gekennzeichnet, der sich nicht nur Robert Schumann, sondern auch Liszt anschloss. Darüber hinaus war C. als Musiktheoretiker tätig. Er verfasste eine „Systematische Anleitung zum Fantasieren auf dem Pianoforte“, zählte zu den ersten Editoren einer Bach-Gesamtausgabe und übersetzte vier umfangreiche Kompositions-Traktate von →Anton Reicha. 1842 schrieb C. seine Autobiographie „Erinnerungen aus meinem Leben“. Abgesehen von einigen Reisen nach Italien und einem Aufenthalt in Frankreich (1837) sowie England verbrachte er sein gesamtes Leben in seiner Heimatstadt. Er starb als wohlhabender Mann und vermachte sein Vermögen künstlerischen und wohltätigen Zwecken, u. a. der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

    ÖBL Kurzinfo

    Czerny (Černý) Carl, Pianist, Pädagoge und Komponist. Geb. Leopoldstadt, Niederösterreich (Wien), 21. 2. 1791 (Taufdatum); gest. Wien, 15. 7. 1857 (Ehrengrab: Wiener Zentralfriedhof); röm.-kath.