Tangl, Karlmann

Tangl Karlmann, Historiker, Philologe und Lehrer. Geb. Wolfsberg (Ktn.), 17. 8. 1799; gest. Graz (Stmk.), 12. 11. 1866; röm.-kath.

Sohn eines Gewerbs-, Haus- und Grundbesitzers, Großonkel von →Michael (Anton) T.; ab 1825 verheiratet mit Barbara Ofner (gest. Graz, 29. 10. 1854), Tochter des Besitzers der Herrschaft Waldenstein und mehrerer Eisenwerke in Wolfsberg. – T. besuchte ab 1812 das Stiftsgymn. St. Paul im Lavanttal, die sechste Kl. des Gymn. und zwei phil. Jgg. beendete er am Lyzeum in Klagenfurt. 1818 erhielt er die Befähigung zum Unterricht der ersten Grammatikalkl. Anschließend Privatlehrer in Villach, absolv. T. daneben den dritten phil. Jg. am Lyzeum in Klagenfurt sowie 1820–22 das Stud. der Rechtswiss. am Lyzeum in Graz. 1822–32 unterrichtete er als Humanitätslehrer am Gymn. in Innsbruck und setzte unterdessen 1825 sein rechtswiss. Stud. am dortigen Lyzeum fort; 1825 Dr. iur. an der Univ. Padua. 1828 beteiligte sich T. am Konkurs an der Univ. in Olmütz (Olomouc). 1832 wurde er zum Prof. für Ästhetik, klass. Literatur sowie latein. und griech. Philol. an der Univ. Lemberg ernannt und leitete zeitweise auch die dortige Univ.bibl.; 1836 Dr. phil. an der Univ. Lemberg, dreimal Dekan, 1848 Rektor. Im Juli 1848 bewarb sich T. erfolglos um die Professur für Ästhetik und klass. Philol. an der Univ. Wien, im Dezember 1849 suchte er um Versetzung an die Univ. Graz an. Nach der Ernennung zum Prof. für klass. Philol. und Literatur an der Univ. Graz 1850 blieb er noch bis zum Abschluss der Organisation der Prüfungskomm. für Lehramtskandidaten 1851 an der Univ. Lemberg. In Graz war T. 1851 auch Prüfungskoär. bei der allg. Abt. der theoret. Staatsprüfungen, 1853 vertretungsweise Koär. für die Maturitätsprüfungen in Marburg (Maribor) und Cilli (Celje); 1852/53 und 1858/59 Rektor der Univ. Graz, trat er 1863 i. d. R. T. publ. neben Ged. vorwiegend hist. Arbeiten. 1841 erschien seine Monographie „Reihe der Bischöfe von Lavant“. Weiters setzte er das von →Gottlieb Frh. v. Ankershofen verf. „Handbuch der Geschichte des Herzogthumes Kärnten“ (Bd. 1–2, 1842–59) mit einem 4. Bd. in drei Tle. (1864–67) fort und veröff. Aufsätze in „Carinthia. Zeitschrift für Vaterlandskunde, Belehrung und Unterhaltung“, im „Archiv für österreichische Geschichte“ und in den „Mittheilungen des Historischen Vereines für Steiermark“. Erwähnenswert sind darüber hinaus seine Darstellungen zur Geschichte zahlreicher Adelsgeschlechter. Er behandelte landesgeschichtl. Themen in der Art der Geschichtsforschung des Vormärz, fand aber nicht mehr Anschluss an die neueren Entwicklungen des Fachs. T. war ab 1844 Mitgl. des Hist. Ver. für Innerösterr., ab 1849 des Hist. Ver. für Ktn., ab 1851 des Hist. Ver. für Stmk. 1863 wirkte er kurzzeitig als Kuratoriumsmitgl. des Joanneums in Graz.


Werke: Weitere W.: s. Göth; Kernbauer – Feldhofer. – Nachlass: Stmk. LA, Graz, Stmk.
Literatur: ADB; Carinthia 56, 1866, S. 487; Wurzbach; G. Göth, in: Mitth. des Hist. Ver. für Stmk. 15, 1867, S. XXIXff. (m. W.); E. Polzer, Die Entwicklung der Organisation der hist. Landesforschung in Ktn. seit dem Beginn des 19. Jh., phil. Diss. Graz, 1960, S. 106; A. Kernbauer – P. Feldhofer, in: Beitrr. und Materialien zur Geschichte der Wiss. in Österr., 1981, S. 38ff. (m. W.); A. Kreuzer, in: Kärntner – Biograph. Skizzen 18.–20. Jh. 3, 1996, S. 33f.; UA, Graz, Stmk.
Autor: (A. Kernbauer)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 196f.

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Orte

  • geboren in > Wolfsberg
  • gestorben in > Graz
  • ausgebildet in > Sankt Paul im Levanttal (1812)
  • ausgebildet in > Klagenfurt (-1818)
  • wirkte in > Villach Stadt (1818)
  • ausgebildet in > Graz (1820-1822)
  • wirkte in > Innsbruck (1822-1832)
  • ausgebildet in > Innsbruck (1825-1825)
  • ausgebildet in > Padua (1825-1825)
  • wirkte in > Lemberg (1832-1851)
  • ausgebildet in > Lemberg (1836-1836)
  • wirkte in > Graz (1851)
  • wirkte in > Marburg an der Drau (1853-1853)
  • wirkte in > Celje (1853-1853)

Institutionen

  • war Schüler > Kaiserlich-Königliches Stiftsgymnasium der Benediktiner (Sankt Paul im Lavanttal) (1812)
  • war Schüler > Kaiserlich-Königliches Lyceum (Klagenfurt)
  • war Student > Kaiserlich-Königliches Lyceum (Graz) (1820-1822)
  • war Student > Lyzeum zu Innsbruck (1810-1826) (1825-1825)
  • war Student > Universität Padua. Facoltà di Giurisprudenza (1825-1825)
  • war in Kontakt mit > Universität Olmütz (1828-1828)
  • war Lehrer > K.K. Akademisches Staats-Gymnasium zu Innsbruck (1822-1832)
  • war Professor > Universität Lemberg (1832-1851)
  • war leitender Mitarbeiter > Universitätsbibliothek (Lemberg)
  • war Student > Universität Lemberg (1836-1836)
  • war Dekan > Universität Lemberg
  • war Rektor > Universität Lemberg (1848-1848)
  • war in Kontakt mit > Universität Wien (1848-1848)
  • war Professor > Karl-Franzens-Universität Graz (1850-1863)
  • war leitender Mitarbeiter > Allgemeine Abteilung der theoretischen Staatsprüfungen (Graz) (1851-1851)
  • war Rektor > Karl-Franzens-Universität Graz (1852-1853)
  • war Rektor > Karl-Franzens-Universität Graz (1858-1859)
  • war Mitarbeiter von > Carinthia. Zeitschrift für Vaterlandskunde, Belehrung und Unterhaltung
  • war Mitarbeiter von > Archiv für österreichische Geschichte (Reihe)
  • war Mitarbeiter von > Mittheilungen des Historischen Vereines für Steiermark
  • war Mitglied > Historischer Verein für Innerösterreich (1844)
  • war Mitglied > Geschichtsverein für Kärnten (1849)
  • war Mitglied > Historischer Verein für Steiermark (1851)
  • war Kuratoriumsmitglied > Joanneum Graz (1863-1863)