Taurer von Gallenstein, Hans Ritter

T(h)aurer von Gallenstein Hans Ritter, Paläontologe. Geb. Klagenfurt (Ktn.), 30. 8. 1846; gest. ebd., 24. 6. 1927; röm.-kath.

Enkel von →Johann Nepomuk T. Ritter v. G., Sohn von Anton T. Ritter v. G. (s. u. →Johann Nepomuk T. Ritter v. G.), Neffe des Malakologen und Herpetologen Meinrad T. Ritter v. G. (→Meinrad v. Gallenstein). – Nach Besuch des Gymn. und der mechan. Lehrwerkstätte in Klagenfurt stud. T. ab 1867 an der TH Graz Chemie und Naturwiss.; 1874 Lehramtsprüfung für Mittelschulen aus beiden Fächern. Danach absolv. er sein Unterrichtspraktikum an der Realschule in Klagenfurt. 1875 wechselte er als Lehrer an die Staats-Oberrealschule in Görz (Gorizia), wo er bis zu seiner Versetzung i. d. R. 1904 verblieb. T. war als Paläontologe mit dem Schwerpunkt Malakol. bedeutend. Seine Forschungsarbeit wurde maßgebl. von seinem Onkel sowie seinem Vater beeinflusst; v. a. seine Mitarb. bei der Aufbereitung der Funde aus den röm. Ausgrabungen am Zollfeld regte T. schon früh zu eigenen Beobachtungen und Forschungen an. I. d. F. widmete er seine Freizeit der Erforschung der Mollusken-Fauna Ktn., während seiner Zeit in Görz jener der Flussmuschel-Fauna des Isonzo. T. kehrte i. R. nach Klagenfurt zurück und setzte die Durchforschung der Mollusken-Fauna Ktn. – bis 1914 tw. in Begleitung seines Vaters – fort. Ferner organisierte er paläontolog. Exkursionen und wurde 1916 ehrenamtl. Kustos der paläontolog. Abt. des Kärntner Landesmus., deren Material er ordnete und durch Objekte aus seiner eigenen Sammeltätigkeit ergänzte. Belegmaterial von seinen Untersuchungen im Isonzo-Gebiet überließ er bereits 1894 dem Naturhist. Hofmus. in Wien, dem er 1925 auch seine große Privatsmlg. an Kärntner Mollusken stiftete. T. trat bes. durch seine malakolog. Grundlagenforschung und seine systemat.-biolog. Analysen hervor. Zu seinen wichtigsten Feldarbeiten gehört die Erschließung der Carditaschichten des Gebiets nördl. von Launsdorf (bei St. Veit an der Glan) mit seiner reichen Fauna. Einige der von T. neu entdeckten Formen wurden auch nach ihm benannt. Die Ergebnisse seiner Arbeit veröff. er v. a. in Periodika seiner Kärntner Heimat. 1923 beendete er seine wiss. Tätigkeit wegen seines fortgeschrittenen Alters und seiner inzwischen fast vollständigen Taubheit. T. war ab 1880 Mitgl., ab 1898 Ehrenmitgl. des Ver. Naturhist. Landesmus. in Klagenfurt. Ab 1895 gehörte er der Dt. Malakozoolog. Ges. und der Zoolog.-Botan. Ges. in Österr. an. 1927 wurde er wegen seiner Verdienste um die Molluskensmlg. zum Korrespondenten des Naturhist. Mus. in Wien ernannt.


Werke: s. Adensamer; Puschnig.
Literatur: W. Adensamer, in: Annalen des Naturhist. Mus. in Wien 42, 1928, S. 2f. (m. W.); R. Puschnig, in: Carinthia II. Mitt. des naturhist. Landesmus. für Ktn. 117/118, 1928, S. 90ff. (m. W.); O. Gugenberger, ebd. 119/120, 1930, S. 11ff.; H. Zapfe, Index Palaeontologicorum Austriae (= Cat. Fossilium Austriae 15), 1971; F. Thiedig – G. Frohnert, in: Carinthia II. Mitt. des naturhist. Landesmus. für Ktn. 198, 2008, S. 53, 64, 66; TU, Graz, Stmk.
Autor: (G. Heindl)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 212f.

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