Szerelmey, Miklós

Szerelmey Miklós, bis 1845 Nikolaus Liebe, Maler, Lithograph und Erfinder. Geb. Raab (Gyor, H), 3. 7. 1802; gest. Budapest (H), 5. 8. 1875.

S. absolv. seine Ausbildung an der Wr. Ing.-Akad. und trat in die Armee ein, wo er nach 1829 mit der Restaurierung und Trockenlegung bzw. Imprägnierung von Wänden italien. Burgen und Gebäude betraut wurde. Weitere Untersuchungen und Arbeiten führte er nach seiner Ausmusterung in Ägypten und Syrien durch. 1830 hielt er sich vorerst in Paris auf (hier lernte er das Verfahren der Lithographie und die Arbeiten des Malers Honoré Daumier kennen), anschließend in Brüssel, wo er sich am belg. Unabhängigkeitskampf beteiligte. 1834 reiste er nach Amerika und 1835 nach Skandinavien. Ab 1836 arbeitete S. in Wien als Graphiker, lithographierte vorwiegend Genre- und Porträtbilder und betrieb einen eigenen Verlag. 1844 übersiedelte er nach Pest (Budapest), wo er 1845 eine lithograph. Anstalt eröffnete und bis 1848 Alben mit ung. Landschaften und hist. Ereignissen veröff. Mit seinem 1847 erschienenen Werk „Magyar hajdan és jelen“, das zumeist Chromolithographien enthielt, erregte er großes Aufsehen, da bis dahin in Ungarn keine Farblithographien hergestellt worden waren. 1848 gab S. gem. mit seinem Freund →Gusztáv Lauka die Z. „Charivari“, das erste ung. Satirebl., heraus, für das er Lithographien unter dem Einfluss Daumiers selbst anfertigte; er musste das Bl. aber noch im selben Jahr einstellen. S., der am ung. Freiheitskampf von 1848 als Off. teilnahm, verließ 1850 Pest und ließ sich nach einer Europareise 1852 in London nieder. Dort beteiligte er sich 1855 mit seinem Steinkonservierungsmittel (Silicat Zopissa), das er, basierend auf seinen in Italien gewonnenen Erfahrungen, entwickelt hatte, an einem Preisausschreiben um die Restaurierung der Houses of Parliament. Dem 1861 erhaltenen Auftrag folgten weitere Arbeiten für die St. Paul’s Cathedral sowie die Bank of England. Seine Erfindung erhielt außerdem bei der Londoner Weltausst. 1862 große fachl. Anerkennung. Seine zahlreichen Experimente trieben S. allerdings in den finanziellen Ruin. Er musste die von ihm gegr. Fa. sowie sein Verfahren verkaufen; verarmt kehrte er 1875 nach Ungarn zurück. Das Verfahren wurde 1876 weiterentwickelt und als „Szerelmey Stop liquid Nr. 101“ in England das meistverwendete Mittel zur Konservierung von Steinbauten. Die von S. begründete Restaurierungsfa. S. Stonework and Restoration ist noch heute in London tätig.


Werke: Weitere W.: Porträtlithographien; etc. – Publ.: Visegrád-Album – Visegrád albuma, 1847 (Reprint 1986); Album des Balaton – Balaton albuma, 1848 (Reprint 1983); etc.
Literatur: M. Életr. Lex.; Muvészeti Lex. I, II; Szinnyei; Thieme–Becker; Wurzbach; Gy. Szentiványi, S. M. Egy kalandos muvészpálya a XIX. században, 1934 (m. B.); G. Cenner-Wilhelmb, in: Muvészettörténeti Értesíto 8, 1959, S. 153ff.; T. Gerszi, A magyar korajzolás története a XIX. században, 1960, s. Reg.; A. Gosztola, in: Muvészettörténeti Értesíto 34, 1985, S. 11ff.; dies., in: Britain and Hungary 2, ed. Gy. Ernyey, 2003, S. 195ff. (m. L.); G. Szvoboda Dománszky, A Pesti Muegylet története, 2007, s. Reg.; Új magyar életrajzi lex. 6, 2007.
Autor: (E. Buzási)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 152f.

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