Taglang, Hugo

Taglang Hugo, Bildhauer und Medailleur. Geb. Wien, 14. 5. 1874; gest. ebd., 5. 3. 1944 (Ehrengrab: Hietzinger Friedhof); röm.-kath., ab 1921 evang. AB.

Sohn eines Kellermeisters. – Nach Absolv. der Bürgerschule in Wien stud. T. ab 1890 an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, 1892–1901 setzte er seine Ausbildung zum Bildhauer (mit Unterbrechung) an der Wr. ABK u. a. bei Kaspar v. Zumbusch fort. Während dieser Zeit hielt er sich auch länger in Dresden auf, bereiste 1902–03 England, Belgien, Russland und verbrachte 1903 einige Zeit in Paris. Danach begann er seine bildhauer. Tätigkeit in Wien, u. a. gestaltete er 1905 zehn Medaillons (Apoll und neun Musen) für das neu errichtete Wr. Bürgertheater in Wien-Landstraße. Anlässl. des 80. Geburtstags von →Theodor Leschetitzky schuf T. eine Medaille (1910) und ein Marmorporträtrelief für die sog. Leschetitzky-Bank (1911) im Türkenschanzpark (Wien 18). Weiters engagierte er sich 1922–25 im Komitee zur Errichtung eines Ehrengrabs für Leschetitzky auf dem Wr. Zentralfriedhof. 1910 entstanden eine Bronzestatuette von →Karl Lueger sowie ein Gipsmodell für ein geplantes Lueger-Denkmal. T. arbeitete v. a. an Plaketten, Medaillen, Büsten und Totenmasken bekannter Persönlichkeiten des Kultur- und Geisteslebens. So fertigte er eine Medaille und die Totenmaske des Burgtheaterdir. →Alfred Frh. v. Berger (1912), eine Gipsbüste von dessen Ehefrau, der Schauspielerin →Stella Freifrau v. Hohenfels-Berger, an und nahm sowohl von dem Pazifisten →Alfred Hermann Fried als auch von der Friedensaktivistin →Bertha Freifrau v. Suttner die Totenmaske ab. 1919 entstanden eine Büste der Nobelpreisträgerin und Gipsentwürfe zu einem geplanten Suttner-Denkmal, das jedoch nicht ausgeführt wurde. Weiters pflegte er Kontakte nach Schweden, woraus sich Aufträge für Plaketten von dem Polarforscher Otto Nordenskjöld und dem Weltreisenden Sven Hedin ergaben. Internationale Bekanntheit erlangte T. mit Plaketten des bengal. Literaturnobelpreisträgers Rabindranath Tagore (Thakur) und v. a. des japan. Gen. Nogi Maresuke, der ihm 1911 bei einem Wien-Besuch Modell saß. In der Zwischenkriegszeit führte der Künstler einzelne öff. Aufträge aus, u. a. 1926 die im Wr. Rathauspark errichtete Büste →Josef Poppers (1938 entfernt, 1951 wiederaufgestellt), dem er bereits 1918 eine Medaille gewidmet hatte, 1929 eine bronzene Mädchenstatue für den George-Washington-Hof und 1931 eine Steinskulptur für den Margarethe-Hilferding-Hof (beide Wien 10).


Literatur: Die Wr. Ringstraße 9/1–2; Kosel 1; Renner, Nachlässe; Thieme–Becker; Dtld., Österr.-Ungarns und der Schweiz Gelehrte, Künstler und Schriftsteller in Wort und Bild 3, 1911 (m. B.); Kunstchronik NF 22, 1911, Sp. 502; Mitt. der Oesterr. Ges. für Münz- und Medaillenkde. 8, 1912, S. 213; Monatsbl. der Numismat. Ges. in Wien 9, 1912, S. 81f.; Die Medaille der Ostmark, 1939, S. 32; B. v. Suttner und die Anfänge der österr. Friedensbewegung, Wien 1950, S. 52f. (Kat.); ABK, Wienbibl. im Rathaus (Hss.smlg.), Wien Mus., alle Wien.
Autor: (E. Wikidal)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 64, 2013), S. 187f.

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Orte

  • geboren in > Wien
  • gestorben in > Wien
  • ausgebildet in > Wien
  • wirkte in > Dresden (1892-1901)
  • reiste nach > England (1902-1903)
  • reiste nach > Königreich Belgien (1902-1903)
  • reiste nach > Russland (1902-1903)
  • wirkte in > Paris (1903)
  • wirkte in > Wien (1904)
  • wirkte in > Schweden

Institutionen

  • war Student > Staatliche Kunstgewerbeschule Hamburg (1890)
  • war Student > Akademie der bildenden Künste Wien (1892-1901)