Szabóky, Adolph

Szabóky Adolph (Adolf), OSchP, Ps. Ludvay, Geistlicher und Lehrer. Geb. Ofen (Budapest, H), 9. 9. 1821; gest. Pest (Budapest), 22. 7. 1880; röm.-kath.

Hieß bis 1837 Schneider. Sohn einer Kürschnerfamilie. – S. besuchte die Ordensschule der Piaristen in Ofen und trat 1837 in den Piaristenorden ein. 1839/40 begann er in Nagykanizsa Religion zu lehren und war daneben publizist. tätig. Er red. den Kanizsaer Kal. „Nagykanizsai Naptár“ und schrieb Essays für die Z. „Hirnök“ und „Századunk“. Ab 1840 stud. S. Phil. in Waitzen (Vác), danach Theol. in Neutra (Nitra) und St. Georgen (Svätý Jur); 1845 Dr. phil. an der Univ. Pest; 1846 Priesterweihe. Ab 1845 Mitarb. des ung. Kirchenbl. „Religio“, war er auch in Szegedin (Szeged) und Klausenburg (Cluj-Napoca) als Lehrer tätig. 1849 wurde er Lehrer an der Pester Obergrundschule, ab 1855 unterrichtete er Religion, ung. Sprache und Mathematik an der städt. Realschule. Angeregt durch sein Interesse für Handel und Gewerbe, gab er i. d. F. Lehrbücher heraus, die an Realschulen und gewerbl. Lehrlingsschulen verwendet wurden. Neben der Vermittlung einer religiösen Grundhaltung wollte S. mit seinen Mathematiklehrbüchern jungen Handwerkern gleichwertige Bildungschancen sichern. Er veranlasste auch die Übers. mehrerer Lehrbücher →Franz v. Mocniks vom Dt. ins Ung., u. a. dessen 1851 hrsg. Methodik des Kopfrechnens für Elementarschulen „A fejszámolás módszertana“. Bemerkenswert sind S.s Bemühungen um die latein. Sprache und bei der Hrsg. geograph. Atlanten. Mehrfach aufgelegt wurde der Handatlas für den Schul- und Privatgebrauch „Földrajzi kézi atlasz tanodai és magán használatra“, 2. Aufl. 1857, 8. Aufl. 1869, ebenso das Lateinlesebuch „Latin olvasó-könyv“, 1. Aufl. 1853, 14. Aufl. 1905. Daneben war S. langjähriger Sekr. des kirchl. Buchverlags der St. Stephan-Ges. Musikal. begabt, komponierte er religiöse Volkslieder, schrieb dazu dt. und ung. Texte und fungierte als Übers. von heute noch gebräuchl. Kirchenliedern. Durch den mit ihm befreundeten Adolf Kolping angeregt, gründete er 1856 gem. mit →Michael Haas den ersten kath. Gesellenver. in Ungarn, dem er vorstand (1856–59 Vizepräses, 1859–80 Präses). Durch den Ver. gelang 1858 die Eröffnung eines Gesellenhospizes in Pest nach dem Vorbild Kolpings. Während der Wr. Weltausst. (1873) erwarb er sich zusätzl. Anerkennung als Mitgl. des Pester Ind.-Ver. S. wurde u. a. 1870 Ritter des Franz Joseph-Ordens, 1873 erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Kl.


Werke: Weitere W.: s. Katolikus Lex.; Szinnyei. – Nachlass: Piarista Rend Magyar Tartománya Központi Levéltára, Budapest, H.
Literatur: Katolikus Lex. (m. B., W. u. L.); M. Életr. Lex.; Pallas; Szinnyei (m. W.); Wurzbach; E. Fekete, S. A. életrajza, 1882; J. Mátrai, Dr. S. A. a Katolikus Legényegylet alapítója 120 éves évfordulójára, 1941; Magyar piaristák a XIX. és XX. században, ed. G. Balanyi, 1942, S. 193ff.; S. Léh – A. Koltai, Cat. religiosorum Provinciae Hungariae Ordinis Scholarum 21, 1998, S. 359ff.; Archiv der Erzdiözese Wien, Materialiensmlg. ÖBL, beide Wien.
Autor: (A. Koltai – M. Petz-Grabenbauer)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 102f.

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