Štritof, Niko

Štritof Niko (Nikolaus), Dirigent, Komponist und Übersetzer. Geb. Laibach, Krain (Ljubljana, Slowenien), 30. 11. 1890; gest. ebd., 22. 1. 1944; röm.-kath.

Sohn von Anton Š. (s. u.). – Š. maturierte 1908 am 1. Staatsgymn. in Laibach, absolv. im selben Jahr die Musikschule der Glasbena matica (Klavier, Geige, Komposition und Musiktheorie) und stud. 1909–13 Jus an der Univ. Wien. Nach dem 1. Weltkrieg trat er als Pianist auf, leitete Konzerte der Glasbena matica, an deren Konservatorium er auch unterrichtete, und der Slowen. Philharmonie. 1924–44 ständig an der Oper in Laibach engag., dirigierte der musikal. stark von Václav Talich beeinflußte Š. dort den Großtl. des gängigen Opern- und Operettenrepertoires. Von bes. Bedeutung sind seine zahlreichen Übers. bekannter Opern- und Operettenlibretti ins Slowen., darunter Werke Mozarts („Die Entführung aus dem Serail“), Verdis („La Traviata“), Rossinis („Der Barbier von Sevilla“), Puccinis („Madame Butterfly“, „Manon Lescaut“, „La Bohème“), aber auch tschech. und russ. Komponisten. Mit seinen Auff. von Sergej Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ (1927) und Richard Strauss’ „Salome“ (1928), deren Libretti er ebenfalls ins Slowen. übertragen hatte, öffnete die Oper in Laibach dem zeitgenöss. Repertoire ihre Türen und machte auch international auf sich aufmerksam. Als Komponist widmete sich Š., der in seiner Jugend Volksmusik anhand von Phonogrammaufnahmen transkribiert hatte, dem Arrangieren slowen. Volksguts. Sein Vater Anton Š. (geb. Altenmarkt, Krain / Stari trg pri Ložu, Slowenien, 6. 5. 1859; gest. Laibach, Krain / Ljubljana, Slowenien, 14. 4. 1917; röm.-kath.), Sohn eines Gymn.lehrers, besuchte 1872–79 das Gymn. in Laibach und stud. ab 1879 klass. und dt. Philol. an der Univ. Wien; 1889 Lehramtsprüfung. 1890 Supplent am Gymn. in Wien 4, lehrte Š. 1890–95 am Untergymn. in Laibach, 1895–1900 am Gymn. in Krainburg (Kranj) und 1900–12 am 1. Staatsgymn. in Laibach; ab 1912 Dir. des dortigen 2. Staatsgymn. Laibach. Daneben unterrichtete er 1901–06 Slowen. und Dt. an der Staatsgewerbeschule, 1907–08 am Stadtlyzeum. Anton Š. veröff. zahlreiche pädagog.-method. Arbeiten sowie Lesebücher und ed. 1897 J. Lendovšeks (s. d.) slowen. Lesebuch für Dt. an Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten aus dessen Nachlaß. Er war Chorleiter sowie 1906–10 Präs. der Glasbena matica und übers. die Libretti zu Verdis „Il Trovatore“, Wagners „Der fliegende Holländer“ und „Tannhäuser“ sowie Massenets „Manon“ ins Slowen.


Werke: Weitere W. (auch s. u. SBL): Übers. von Libretti zu Werken von J. Offenbach (Les Contes d’Hoffmann), F. Lehár (Das Land des Lächelns, Die lustige Witwe), R. Strauss (Der Rosenkavalier), P. I. Tschaikowski (Jewgeni Onjegin) etc. – Anton Š.: O metodiškem pouku nemškog v 1. in 2. razredu slovensko-utrakvisticne gimnazije, in: Izvestja II. državne gimnazije, 1891ff.; O analiticko-direktni metodi pri pouku nemškog, in: Popotnik. List za šolo in dom 22, 1901; Beitrr. u. a. in Ljubljanski zvon, Koledar družbe sv. Mohorja, Slovenec, Slovenski narod; etc. – Ed.: Dt. Lesebuch für die 1. und 2. Cl. sloven.-utraquist. Mittelschulen und verwandter Lehranstalten, 1897, … für die 3. Cl. …, 1901, … für die 4. Cl., 1901 (alle mehrfach aufgelegt); etc.
Literatur: Enc. Jug.; Muzicka Enc.; Otto, Erg.Bd.; SBL (m. W. u. L.); Slovenski gledališki leks. 3, 1972; Leks. Jugoslavenske Muzike 2, 1984 (m. B.); Enc. Slovenije 13, 1999; C. Cvetko, Dirigent N. Š. in sopranistka Z. Gjungjenac v ljubljanski Operi, 1999, s. Reg. (m. B.); Slovenski veliki leks. 3, 2005; Osebnosti. Veliki slovenski biografski leks. 2, 2008; UA, Wien. – Anton Š.: SBL (m. L.); Materialiensmlg. ÖBL, UA, beide Wien.
Autor: (B. Frelih – H. Gracanin)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 62, 2010), S. 407f.

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