Stolz, Eduard

Stolz Eduard, Komponist und Kapellmeister. Geb. Salzburg (Sbg.), 8. 10. 1817 (?); gest. Prag, Böhmen (Praha, Tschechien), 8. 6. 1889.

Vermutl. illegitimer Sohn eines Landarztes. – Über S.’ Jugend ist nichts bekannt, doch scheint er eine gründl. musikal. Ausbildung erhalten zu haben, da er bereits 1839 Dir. des Konservatoriums in Arad wurde. 1850–54 wirkte er als Kapellmeister am Pester dt. Theater und anschließend unter der Dion. Nestroys (s. d.) am Wr. Carltheater. 1855–58 Kapellmeister des Theaters in der Josefstadt, leitete er im August 1857 die Wr. Erstauff. von Wagners „Tannhäuser“ am Ottakringer Thalia-Theater, der Sommerspielstätte dieser Bühne. 1858 kehrte er an das Carltheater zurück. Nach kurzer Tätigkeit am Berliner Viktoria-Theater und 1860–61 am Hamburger Stadttheater wurde er 1862 Kapellmeister am Landestheater in Graz, wo er sich um die Oper verdient machte, und unterrichtete ab 1864 auch Sologesang an der Schule des Musikver. für Stmk. 1876 an das Wr. Ringtheater („Komische Oper“) berufen, war er dort bis zu dessen Brand tätig. 1882 ging er als Kapellmeister für die Operette an das dt. Landestheater nach Prag, wo er später auch als Gesangslehrer tätig war. S.’ kompositor. Schaffen konzentrierte sich auf mehrere Dutzend Bühnenmusiken zu Possen, Volksstücken, Zauberspielen etc., darunter „Einer von unsere Leut“ von O. F. Berg (Urauff. Wien, 1859) und die Schauspiel- und Operntravestie „Theatralischer Unsinn“ von Moritz Morländer (Urauff. Wien, 1855). Zu seinen Gesangsschülern zählten u. a. A. Materna, A. Stoll und B. Ehnn (alle s. d.).


Werke: Weitere W. (auch s. u. Kosch, Theaterlex.; Stieger): Bühnenmusik; Wiener Rekruten-Marsch; Lieder.
Literatur: C. M. Ziehrer’s Dt. Musik-Ztg., 15. 7. 1876 (m. B.); Bohemia, 9., NWT, 11. 6. 1889 (A.); Kat. der Portrait-Smlg., S. 245, 617, 665; Kosch, Theaterlex. (m. W.); Pazdírek; Ulrich; Wurzbach; Musikal. Rundschau 4, 1889, S. 191; Dt. Bühnen-Almanach 54, 1890, S. 305; Neuer Theateralmanach 1, 1890, S. 99; A. Bauer, Das Theater in der Josefstadt zu Wien, 1957, S. 112; B. R. Schimscha, Das Josefstädtertheater als Opernbühne, phil. Diss. Wien, 1965, passim; F. Stieger, Opernlex. 2/3, 1978; R. Wagner, Sämtl. Briefe, ed. H.-J. Bauer – J. Former, 8–9, 1991–2000, s. Reg.; C. A. Klug, Jakob S. (1832–1919), phil. DA Graz, 2003, passim; Erzdiözese Salzburg, Sbg.
Autor: (Ch. Heindl)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 316

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  • geboren in > Salzburg
  • gestorben in > Prag