Stiller, Bertalan

Stiller Bertalan (Berthold), Mediziner. Geb. Miskolcz (Miskolc, Ungarn), 23. 6. 1837; gest. Budapest (Ungarn), 3. 1. 1922; mos.

S. stud. ab 1857 Med. an der Univ. Pest und 1860–61 an der Univ. Wien; 1863 Dr. med. in Pest, nachdem er einen für das Thema „Die verschiedenen Arten der Fortpflanzung im Tierreich“ ausgesetzten Preis gewonnen hatte, 1864 Dr. chir. und Mag. obstet. Zunächst Sekundararzt am israelit. Krankenhaus in Pest, übernahm S. dort 1874 eine Oberarztstelle an der Abt. für innere Med. 1876 Priv.Doz. für innere Medizin, wurde er 1883 ao. Prof. für Pathol. und Arzneilehre der Bauchkrankheiten, wobei seine Vorlesungstätigkeit 1895 auf das gesamte Gebiet der inneren Med. ausgeweitet wurde. 1890–1917 fungierte S. als Dir. des israelit. Krankenhauses. Sein wiss. Œuvre ist vielfältig: Als erster wies er auf die funktionellen Krankheiten von Magen und Darm hin und stellte den Zusammenhang von verschiedenen Krankheiten mit der von ihm beschriebenen asthen. Konstitution fest. S. gilt als Bahnbrecher der konstitutionellen Pathol., obwohl er sehr wohl die Wirkung der Umgebung auf die Formung der Konstitution anerkannte. Seine zahlreichen Publ. erschienen u. a. in den Z. „Gyógyászat“, „Orvosi Hetilap“, „Wiener Medizinische Wochenschrift“, „Pester Medizinisch-Chirurgische Presse“, „Deutsches Archiv für klinische Medicin“, „Berliner klinische Wochenschrift“ und „Archiv für Verdauungskrankheiten“. 1906 HR.


Werke: W. (auch s. u. Fischer; Szinnyei): Glossen zur Radiol. des Magens, 1910; etc.
Literatur: Pester Lloyd, 4. 1. 1922; Fischer (m. W.); Hdb. jüd. AutorInnen; Jew. Enc.; M. Életr. Lex.; M. Zsidó Lex.; Pagel; Szinnyei (m. W.); Wininger; Az orvostudományi kar története 1770–1935, ed. T. Gyory, 1936, s. Reg.; Magyar orvoséletrajzi lex., 2004; UA, Materialiensmlg. ÖBL, beide Wien.
Autor: (K. Kapronczay)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 61, 2009), S. 264

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Diósgyör
  • gestorben in > Budapest