Štech, Václav

Štech Václav, Ps. Bohuslav Jelínek, Dr. Hrachovina, Isztván Szlanyina, Ježík Špicka, Petr Houžvicka etc., Schriftsteller, Theaterdirektor und Lehrer. Geb. Kladno, Böhmen (Tschechien), 29. 4. 1859; gest. Praha, Tschechoslowakei (Tschechien), 23. 2. 1947.

Sohn eines Kaufmanns und Mechanikers, Vater des Kunsthistorikers Václav Vilém Š. (1885–1974). Nach dem frühen Tod seines Vaters wurde Š. von Verwandten, dann von seiner Mutter erzogen. 1870–73 besuchte er das Piaristengymn. in Schlan (Slaný), danach das Akadem. Gymn. und die Lehrerbildungsanstalt in Prag. Bereits früh widmete er sich unter dem Einfluß des Kustos des Nationalmus., František Xav. Beneš, volksaufklärer. Publizistik und schrieb Rezensionen in diversen Ztg. („Hlas národa“, „Národní listy“, „Pokrok“, „Svobodný obcan“ etc.) und Z. („Osveta“, „Svetozor“, „Švanda dudák“, „Zlatá Praha“ etc., später in „Literární rozhledy“, „Topicuv sborník“, „Zvon“), in denen er auch seine belletrist. und dramat. Arbeiten veröff. 1879–94 unterrichtete Š. an der Gmd.schule in Schlan und engagierte sich dort v. a. in der Bildungsarbeit, etwa als Begründer des örtl. Mus. und von dessen Z. „Slanský obzor“. 1894 wurde er Lehrer an der Mädchenschule in Prag-Žižkow, 1900 Dir., 1905 i. R. Wie schon vorher war er auch in Prag in diversen Schriftstellerver. tätig sowie als Hrsg. der Z. „Máj“ und „Noviny mladých“. 1898 gründete er die Theater Urania und Divadlo na Královských Vinohradech, war 1908–14 auch Dir. des letzteren und danach bis 1918 Leiter des Urania-Theaters sowie 1919–25 Dir. des Nationaltheaters in Brünn (Brno). Š. war bis ins hohe Alter schriftsteller. tätig: In zahlreichen Lustspielen und Farcen stellte er – manchmal mit sozialkrit. Ton – die Unternehmenswelt im kleinstädt. Milieu sowie das Theaterleben in der Großstadt dar und gewann daraus auch Stoff für seine Erz. Nach dem 1. Weltkrieg schrieb er polit. und Spionageromane, die den tschech. antihabsburg. Widerstand thematisieren. Š. verf. auch kulturgeschichtl. bedeutende Memoiren („Džungle literární a divadelní“, 1937) und Volksbildungsschriften.


Werke: Knihy, 13 Bde., 1904–22; Dramata, 13 Bde., 1911–31; Spisy, 28 Bde., 1925–34; etc. – Nachlaß, Literární archiv PNP, Praha, Tschechien.
Literatur: Národní osvobození, Právo lidu, Svobodné noviny, Svobodné slovo, 25. 2. 1947; DCD; Lex. böhm. Länder; Otto; Otto, Erg.Bd.; F. Fingal, V. Š. …, 1919 (m. B.), erweiterte Neuaufl. 1929; Ceskoslovensko. Biografie, red. B. Koutník, Ser. 20, 1939; B. Slavík, V. Š. a Slaný, 1939 (m. B.); J. Sajíc, in: Národní divadlo 22, 1946/47, S. 112ff.; K. Engelmüller, in: Divadlo, 1947, S. 3f.; J. Thon, Knihovníci a knihomilové, 1947, S. 101ff.; Slovník ceských spisovatelu, red. R. Havel – J. Opelík, 1964; M. Sehnalová, in: Slánský obzor 7 (107), 2000, S. 103ff.; Lex. ceské literatury 4, red. L. Merhaut, 2008.
Autor: (V. Petrbok)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 125f.

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Kladno
  • gestorben in > Prag