Spitzer, Hugo

Spitzer Hugo, Philosoph, Arzt und Soziologe. Geb. Einöde (?) (Stmk.), 7. 4. 1854; gest. Graz (Stmk.), 30. 12. 1936.

Sohn von Johann S., Dir. eines Sensenwerkes und Verf. hist. und polit. Schriften, Neffe von Johann Prettner (s. d.). Seine Kindheit verbrachte S. zunächst in Einöde, dann in Kleinglödnitz (Ktn.) und hierauf in der Obhut seines Onkels in Klagenfurt, wo er auch das Gymn. besuchte. Danach stud. S. ab 1871 Phil. v. a. bei Alois Adolf Riehl (s. d.) Med. und Naturwiss., insbes. Zool. bei Eduard Oskar Schmidt (s. d.) an der Univ. Graz; 1875 Dr. phil., 1881 Dr. med. Zunächst ein Jahr als Volontärarzt im AKH Graz tätig, habil. sich S. 1882 für Phil. an der Univ. Graz, 1893 wurde er zum unbesoldeten ao. Prof., 1897 zum besoldeten ao. Prof. und 1905 zum o. Prof. für Phil. ernannt. 1925 i. R., leitete S. noch einige Zeit das von ihm gegr. Seminar für phil. Soziol. Neben der Erkenntnistheorie, Logik und Metaphysik befaßte er sich v. a. mit Ästhetik. Als Hauptvertreter des Neukantianismus übte er großen Einfluß auf die phil. Lehre und Forschung aus. Darüber hinaus war er Mithrsg. der ersten österr. explizit soziolog. Schriftenr. „Zeitfragen aus dem Gebiete der Soziologie“.


Werke: Nominalismus und Realismus in der neuesten dt. Phil. mit Berücksichtigung ihres Verhältnisses zu den Naturwiss. 1876; Über Ursprung und Bedeutung des Hylozoismus …, 1881; Über das Verhältnis der Phil. zu den organ. Naturwiss., 1883; Beitrr. zur Descendenztheorie und zur Methodol. der Naturwiss., 1886; Krit. Stud. zur Aesthetik der Gegenwart, 1897; Untersuchungen zur Theorie und Geschichte der Ästhetik 1, 1913; Die Stellung der Soziol. unter den Wiss., 1918/19; etc.
Literatur: Tagespost (Graz), 4. 1. 1900, 5. 4. 1924, 6. 4. 1929, 8. 4. 1934; NFP, 23. 1., 10. 6. 1900, 7. 6. 1903, 29. 6., 24. 7. 1907, 21. 8. 1909, 8. 4. 1914; Hamburger Fremdenbl., 15., Köln. Volksztg., 30. 3. 1933; Münchner Neueste Nachrichten, 17. 3. 1933, 4. 1. 1937; NWT, 31. 12. 1936; Eisler; Kürschner, Gel.Kal., 1925–35; Wer ist’s?, 1906, 1909; Österr. Rundschau 1, 1904/05, S. 386; Kunst und Künstler 20, 1922, S. 441; 100 Jahre Dt. Burschenschaft in Österr. 1859–1959, bearb. G. Berka, 1959, S. 64f.; A. Kernbauer, Das Fach Chemie an der phil. Fak. der Univ. Graz (= Publ. aus dem UA Graz 17), 1985, S. 383, 624; Biograph. Enz. dt.sprachiger Philosophen, 2001; Das Waldviertel 52, 2003, Nr. 4, S. 399; UA, Graz, Stmk.; Materialiensmlg. ÖBL, Wien.
Autor: (D. Angetter)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 13 (Lfg. 59, 2007), S. 40

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Einöd
  • gestorben in > Graz