Soeser, Ferdinand Leopold

Soeser Ferdinand Leopold, Vereinsfunktionär, Sänger und Lehrer. Geb. Wien, 13. 3. 1872; gest. ebd., 17. 12. 1937; röm.-kath.

– Bruder von Maximilian S. (s. u.), Vater der Lehrerin Helene S., verehel. Tramer (geb. Wien, 5. 5. 1901; gest. ebd., 13. 2. 1974), die auch als Malerin, Illustratorin und Kinderbuchautorin tätig war. S. legte 1893 die Lehrbefähigungsprüfung für Volksschulen, 1895 jene für Bürgerschulen ab und war ab 1891 an Wr. Schulen als Lehrer, zuletzt bis 1925 als Dir. der Bürgerschule für Mädchen in Wien 1 tätig. Bereits i. R., unterrichtete er 1928 u. a. noch Didaktik am pädagog. Inst. der Stadt Wien. Seine Laufbahn auf dem Gebiet des Gesangsver.wesens begann 1891 (Mitgl. des Männergesangsver. Rudolfsheim, bis 1897) und mit seinem Beitritt – im selben Jahr – zum Wr. Schubertbund, in dem er i. d. F. zum Sangrat (1903–09), Vorstandstellv. (1919–21), Vorstand (1921–36) und 1931 zum Ehrenvorstand aufstieg. Unter seiner Führung wurde der Schubertbund zu einem der bedeutendsten dt. Männergesangsver. und absolv. das 1.000. Konzert und die 50. Schubertiade. 1897/98 Gesangsschüler von Rudolf Forstén am KdM, stand S. 1891–1922 auch als 1. Tenor und erfolgreicher Solist zur Verfügung; bekannt war er ferner als Lied- und Oratoriensänger, wobei er die Lieder Schuberts (s. d.) bevorzugte. Bedeutung erlangte auch das sog. Soeser-Quartett, das 1891–1907 bestand und den Männergesang in seiner ursprüngl. Form, näml. in solist. Besetzung, pflegte, wobei v. a. die Quartette Schuberts im Vordergrund standen. S., der die Berufstitel Schulrat und Reg.Rat trug, war auch Ehrenmitgl. zahlreicher Gesangsver. in Österr., Dtld. und der Schweiz. Sein Bruder Maximilian S. (geb. Wien, 30. 1. 1880; gest. ebd., 24. 3. 1945) stud. 1898–1903 an der TH Wien Bauing.wesen; 1904 2. Staatsprüfung und Berechtigung zur Führung der Standesbezeichnung Ing., 1938 oder 1939 DI. Er war betriebsführender Gesellschafter der Wr. Baufa. H. Rella & Co. und lehrte ab 1928 als Hon.Doz., 1942–43 als Hon.Prof. an der TH Wien Bauwirtschaftslehre; 1935 Baurat h. c.


Werke: F. Schubert (= Jugendhe. für Literatur und Kunst, R. 1, 2/3), 1922; Die Kunst des Sprechens und Redens (= Lehrerbücherei 36), 1926; Mysterienspiel Gevatter Tod (= Dt. Hausbücherei 197), 1927; F. Schuberts musikal. Sendung. Ein Spiel in Reimen, 1928. – Maximilian S.: Allg. Baubetriebslehre, 1930; Bauführung und Bauverrechnung von Hoch- und Tiefbauten (= Techn. Hdbb. für Baupraktiker 3), 1948.
Literatur: RP, 19. 12. 1937; Wienerwald-Rundschau, 2. 1. 1938; Nö. Lehrer-Schematismus 10–11, 1893–94; Personalstandesausweis der nö. Lehrerschaft 6, 1906, 9, 1913, jeweils s. Reg.; A. Weiß, 50 Jahre Schubertbund, 1913, bes. S. 181f., 185 (B.), XLI, XLVIIIff., LXXIII; Nö. Lehrerbuch 10, 1921, s. Reg.; Wr. Lehrerbuch, 1925, 1928, s. Reg.; Jb. der Wr. Lehrerschaft, 1930, s. Reg.; R. Jirka, Hdb. der Grabstätten von Persönlichkeiten auf dem Grinzinger Friedhof zu Wien, 1986, S. 216 (auch für Maximilian S.); Archiv des Wr. Schubertbundes, WStLA, beide Wien. – Maximilian S.: Archiv der TU, Wien.
Autor: (Ch. Fastl – H. Reitterer)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 58, 2005), S. 395

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