Simor, János

Simor János (Johann), Kardinal. Geb.Stuhlweißenburg (Székesfehérvár, Ungarn), 23. 8. 1813; gest.

Gran (Esztergom, Ungarn), 23. 1. 1891. Aus einer Handwerkerfamilie stammend, stud. S. an der Univ. Wien Theol.; 1841 Dr. theol. Nach der Priesterweihe 1831 war er in Pest (Budapest) Kaplan, 1838–40 Studentenseelsorger, dann in Wien bis 1842 Stud.präfekt am Priesterseminar Pazmaneum. 1842–46 Pfarrer in Bajna, ab 1847 Sekr. von Erzbischof Scitovsky de Nagy-Kér (s. d.), wurde S. 1850 Stud.leiter am Wr. Frintaneum und arbeitete 1851–57 (zuletzt als Min.rat) im Min. für Kultus und Unterricht im Interesse der zu dieser Zeit vom Neoabsolutismus geprägten österr. Kultuspolitik, die zum Konkordat von 1855 führte; er war es auch, der 1854 in Rom die Bemühungen Scitovskys, die Ausdehnung des Konkordats auf Ungarn zu verhindern, zum Scheitern brachte. 1857 wurde S. Bischof von Raab (Gyor), 1867 Erzbischof von Gran und damit Fürstprimas von Ungarn. Auf dem 1. Vatikan. Konzil (1869–70) sprach er sich als Mitgl. der sog. Minderheitsbischöfe in vorderer Reihe gegen das Dogma der Infallibilität des Papstes aus, unterwarf sich aber 1871; erst 1873 wurde er zum Kardinal erhoben. S., als Theologe wie als Kirchenpolitiker gleich herausragend, sorgte vorbildl. für die seelsorger. und ökonom. Belange seiner Diözesen, vollendete u. a. 1869 den Bau des Graner Domes und erbaute die Graner Residenz, in der er mit seinen Smlgg. u. a. das „Christliche Museum“ einrichtete.


Werke: Epistolae pastorales et instructiones selectae 1857–1882, 2 Tle., 1882f.; Predigten; etc.
Literatur: Bautz; Habsburgermonarchie 4, s. Reg; Katolikus lex.; LThK, 3. Aufl.; Szinnyei; Wurzbach; J. Köhalmi-Klimstein, S. J., 1886; G. Walter, S. J. ... emlékezete, 1891; E. Hermann, A katolikus egyház története Magyarországon 1914–ig, 1973, s. Reg.; G. Salacz, Egyház és állam Magyarországon a dualizmus korában 1867–1918, 1974, s. Reg.; G. Adriányi, Ungarn und das I. Vaticanum, 1975, s. Reg. (m. L. und B.); S. J. emlékkönyv, ed. M. Beke, 1992 (m. W., L. und B.); K. Schatz, Vatikanum I, 1–3, 1992–94, s. Reg.
Autor: (E. Gianone – H. Reitterer)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 289

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  • geboren in > Stuhlweißenburg
  • gestorben in > Esztergom