Siedek, Richard

Siedek Richard, Techniker. Geb. Napajedl, Mähren (Napajedla, Tschechien), 21. 1. 1859; gest. Wien, 5. 9. 1948; röm.- kath.

Sohn von Peter Carl (s. u. Oskar S.), Bruder von Oskar und Viktor (beide s. d.), Vater von Hans S. (s. u.). Nach Besuch des Piaristengymn. und der Realschule in Wien stud. S. 1878–83 an der Techn. Hochschule in Wien Bauing.wesen (1884 2. Staatsprüfung) und trat anschließend als Praktikant in das Büro der Donau-Regulierungs-Komm. ein, ab 1891 im Dep. für Straßen- und Wasserbau, anschließend bis 1908 im neu geschaffenen Hydrograph. Zentralbüro beschäftigt, danach Wechsel ins Min. für öff. Arbeiten; 1904 Oberbaurat, 1908 Orden der Eisernen Krone III. Kl., 1909 Min.- rat, 1913–18 Leiter der Sektion für Wasserbauangelegenheiten, 1918 i. R. S., der an der Organisation des Hochwassernachrichten- und -warnungsdienstes an der Donau, der Schaffung des österr. Wasserkraftkatasters und Errichtung eines Wasserbaulaboratoriums beteiligt war, fungierte auch als Begutachter staatl. Regulierungsprojekte und legte u. a. der Gmd. Wien für die geplante Regulierung des Wienflusses verschiedene Varianten vor. Im Zuge seiner Arbeiten entwickelte er die „Siedek-Formel“ zur Ermittlung der Geschwindigkeit des Wassers in Flüssen/Strömen sowie in Bächen/künstl. Gerinnen, die viele Jahre in Gebrauch war. Weitere Publ. befaßten sich mit dem Einfluß der Eindämmung von Tullnerbecken und Marchfeld auf die Abflußverhältnisse der Donau sowie mit deren Hochwässern. Sein Sohn Hans S. (geb. 1. 5. 1908; gest. 17. 2. 1999), Neffe von Eppinger d. J. (s. d.), 1932 Dr. med., wurde ab 1954 Vorstand der 1. Med. Abt. im Wr. Wilhelminenspital. S. wiss. Leistungen liegen v. a. auf dem Gebiet der Gefäß-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen; ebenso leistete er Pionierarbeit auf den Gebieten der Geriatrie und Gerontol.


Werke: Stud. über eine neue Formel zur Ermittlung der Geschwindigkeit des Wassers in Flüssen und Strömen, in: Z. des Oesterr. Ing.- und Architekten-Ver., 1901, Nr. 22f., 26; Die Natürl. Normalprofile der fließenden Gewässer, ebd., 1902, Nr. 8; Stud. über eine neue Formel zur Ermittlung der Geschwindigkeit des Wassers in Bächen und künstl. Gerinnen, ebd., 1903, Nr. 7f.; etc.
Literatur: Wer ist’s?, 1906–08; T. Schiffmann, Einführung in Wasserbau und Grundbau, 1950, S. 14; G. Enderle-Burcel – M. Follner, Diener vieler Herren. Biograph. Hdb. der Sektionschefs der Ersten Republik und des Jahres 1945, 1997; R. Siedek, Aus meinem Leben, o. J. (Ms., Materialiensmlg. ÖBL, Wien); AVA, Wien; Mitt. Richard Siedek (d. J.), Wien.
Autor: (Ch. Gruber)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 231

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Orte

  • geboren in > Napajedla
  • gestorben in > Wien
  • ausgebildet in > Wien

Institutionen

  • war Schüler > Piaristengymnasium Wien
  • war Student > Technische Hochschule Wien (1878-1884)
  • war Praktikant > Donauregulierungs-Kommission (Wien)
  • war Mitarbeiter von > Department für Straßen- und Wasserbau (1891-1904)
  • war leitender Mitarbeiter > Hydrographisches Zentralbüro (Wien) (1908)
  • war leitender Mitarbeiter > Department für Straßen- und Wasserbau (1904-1908)
  • war leitender Mitarbeiter > Österreich. Ministerium für Öffentliche Arbeiten (-1918)