Serly, Lajos

Serly Lajos (Ludwig), Komponist und Kapellmeister. Geb. Losonz/Losoncz, Ungarn (Lucenec, Slowakei), 13. 3. 1855; gest. New York, N. Y. (USA), 1. 2. 1939.

S. besuchte das Gymn. in Großsteffelsdorf (Rimavská Sobota), dann in Preßburg (Bratislava) und stud. dort bei Karl Mayrberger, nach 1875 an der Musikakad. in Budapest bei F. Erkel (s. d.), Róbert Volkmann und K. Ábrányi d. Ä. (s. d.), schließl. in Wien bei F. Krenn (s. d.). Er wirkte als Theater- und Konzertdirigent in Kronstadt (Brasov), Klausenburg (Cluj-Napoca), 1880 in Berlin, 1881–83 als Vizekapellmeister des Budapester Népszinház (Volkstheater). Tourneen führten ihn u. a. nach Italien, Dtld. (Dortmund, Münster, Berlin), Skandinavien und Paris. Danach dirigierte S. wieder in Ungarn (Szegedin/Szeged), dann abermals am Népszinház. In Altofen/Óbuda (Budapest) gründete und leitete er das Kisfaludy-Theater, mit dem er jedoch bald einen finanziellen Bankrott erlitt. Völlig verarmt, emigrierte S. mit seiner Familie 1905 in die USA und gründete in New York das erste ung. Theaterensemble (Palm Green Theatre), ohne auch mit diesem finanziell reüssieren zu können. S. schrieb erfolgreiche Operetten und Volksstücke mit Musik. Sein bekanntestes Lied, „Kék nefelejs“, als Einlage zu Baron György Bánffys Volksschauspiel „A gulyás“ verwendet, war bezügl. auf S.s Urheberschaft Gegenstand einer längeren Polemik, seine Herkunft aus S.s Klavierwerk „Paraszinduló“ (1880) ist jedoch erwiesen. S.s Sohn, der Komponist und Musiktheoretiker Tibor S. (geb. Losonz, 25. 11. 1901; gest. London, 8. 10. 1978), wirkte 1927–37 als Violinist und Bratschist in verschiedenen Orchestern der USA. Schüler Béla Bartóks, hat er dessen 3. Klavier- und Bratschenkonzert fertiggestellt.


Werke: A tót leány, 1881; Noemancipáció, 1884; A világszép asszony, 1887; volkstüml. Lieder; Klavierwerke; etc. – Ed.: Szamos mentén, 1890, auch als: Dalok, 1925; Magyarország, dalokban. Uherská Krajna v spevoch, 2 Bde., 1894.
Literatur: Brockhaus–Riemann, ung. Ausg.; CHS; Grove, 2001 (für Tibor S.); M. Életr. Lex.; Révai; SBL; Zenei Lex. I, II; Mitt. Csaba Szabó, Budapest, Ungarn.
Autor: (V. Vavrinec)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 188

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Lučenec
  • gestorben in > New York City