Šebor, Josef

Šebor Josef (Iosiv Antonovic), klassischer Philologe. Geb. Nimburg, Böhmen (Nymburk, Tschechien), 27. 1. 1847; gest. Praha/Prag, Tschechoslowakei (Praha, Tschechien), 10. 4. 1928.

Š. absolv. das tschech. Akadem. Gymn. in Prag und ging 1867 nach Rußland, wo er in St. Petersburg als Hauslehrer tätig war und an der Univ.1868–72 klass. Philol. stud. 1872–75 Prof. am 5. Gymn. in St. Petersburg, dann bis 1877 Lektor für Latein am Hist.-philolog. Inst. der Univ., wirkte er an dieser ab 1877 als Prof. der röm. Literatur. Wegen seiner schweren Lungenkrankheit vorzeitig emer., begab er sich zur Kur nach Italien und lebte dann ab 1906 in Prag. Während des Ersten Weltkriegs war Š. als russ. Staatsangehöriger in NÖ interniert. Nach dem Krieg kehrte er nach Prag zurück und erhielt 1922 eine Anstellung als Prof. der latein. und tschech. Sprache am damaligen russ. hist.- philolog. Inst. Sein wiss. Hauptbetätigungsfeld war die Kritik und Interpretation der röm. Dichter. 1880–1914 veröff. er in russ. Fachz. mehrere textkrit. und exeget. Beitrr. zu Plautus, Vergil, Catull, Horaz (krit. Ausg. 1890) und Properz.


Werke: Izbrannyja stichotvorenija Goracija, 2 Tle., 1894– 1909; usw. – Übers.: N. Gogol, Revizor, 1867, 2. Aufl.1882; Catull, in: Lumír 54, 1927; usw.
Literatur: Masaryk; Otto, Erg.Bd. VI/1; F. Novotný, in: Naše veda 9, 1927–28, S. 215f.; K. Svoboda, in: Listy filologické 66, 1939, S. 351; ders., in: Antika a ceská vzdelanost ..., 1957, s. Reg.; J. Vopravil, Slovník pseudonymu v ceské a slovenské literature, 1973; Pruvodce po fondech literárního archívu PNP 2 (= Sborník památníku národního písemnictví 29), (1993).
Autor: (B. Ryba)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 76

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  • geboren in > Nymburk
  • gestorben in > Prag