Schwarz, Julius Anton

Schwarz — Julius Anton, Politiker und Techniker. Geb. Wien, 10. 4. 1854; gest. ebenda, 12. 4. 1914.

Sohn eines Notars, Bruder von Marie und Paul S. (beide s. d.). Nach dem frühen Tod des Vaters übersiedelte die Familie nach Kremsmünster, wo S. das Benediktiner-Gymn. absolv. Hierauf stud. er 1872–76 an der Techn. Hochschule in Wien (bis 1874 an der Ing.-, danach an der Maschinenbauschule, 1880 Absolutorium) und war dann als Einjährig-Freiwilliger bei der Kriegsmarine. Danach war S. beim Dampfkesselinspektorat in Karlsbad (Karlovy Vary) beschäftigt, 1885 übersiedelte er nach Wr. Neustadt, wo er in der Folge als Maschinenbau- und Ziviling. tätig war. Im aufkommenden deutschnationalen Ver.Wesen Wr. Neustadts bes. engagiert, gründete er u. a. 1893 die Ortsgruppe des Ver. „Südmark“, deren Leitung er nach einigen Jahren übernahm und bis 1909 innehatte, weiters war er auch Vorstand, später Ehrenvors., des Wr. Neustädter Turnver. sowie Mitbegründer und Obmann-Stellv. des Deutschnationalen Ver. für das Viertel unter dem Wr. Wald. Daneben war er Mitbegründer der „Wiener Neustädter Nachrichten“ und des Dt. Preßver. 1896 trat S. in die Politik ein, wurde zunächst in den Wr. Neustädter Gmd.Rat und kurz darauf in den nö. Landtag (bis 1908) gewählt, was den Rücktritt des ihm unterlegenen liberalen Bgm. Karl Haberl sowie der liberalen Stadträte zur Folge hatte. Nach den Gmd.Ratswahlen 1897 gehörte S. nun selbst dem dt.national dominierten Stadtrat an und leitete die Bausektion. Ab 1901 war er außerdem 2. Bgm.Stellv. Bes. Verdienste erwarb er sich um die Errichtung des Schlachthofs, des Elektrizitätswerks und v. a. der Wasserleitung, deren Bau aufgrund der Zunahme der Typhuserkrankungen notwendig geworden war. Weiters kümmerte sich S. – er war ab 1896 Hptm. der Freiwilligen Feuerwehr – auch um die Verbesserung des städt. Feuerwehrwesens. 1912 legte er sein Amt als Stadtrat aus gesundheitl. Gründen nieder und wurde bei diesem Anlaß Ehrenbürger von Wr. Neustadt. Anfang 1913 schied er aus dem Gmd.Rat und damit endgültig aus der Politik. 1908 Baurat.


Literatur: N. Fr. Pr., 14., Wr. Neustädter Ztg. und Wr. Neustädter Nachrichten, 18. 4. 1914; I. Zelenka, Bgm. F. Kammann und die Dt.nationalen in Wr. Neustadt, phil. Diss. Wien, 1973, S. 67ff.; M. Schulcz, Der nö. Landtag in der VIII. Wahlperiode von 1896 bis 1902, phil. Diss. Wien, 1980, S. 82; K. Flanner, Zur Geschichte der Trinkwasserversorgung Wr. Neustadts (= Dokumentation des Industrieviertelmus. Wr. Neustadt 15), 1992, S. 8, 10, 13f.; Stadtarchiv Wr. Neustadt, NÖ; Archiv der Techn. Univ. Wien, WStLA, beide Wien; Mitt. Gertrud Buttlar, Neunkirchen, NÖ.
Autor: (Ch. Mentschl)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 54, 1999), S. 441

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Orte

  • geboren in > Wien
  • gestorben in > Wien
  • ausgebildet in > Kremsmünster
  • wirkte in > Karlsbad
  • wirkte in > Wiener Neustadt (1885)

Institutionen

  • war Schüler > Kaiserlich-Königliches Gymnasium (Kremsmünster)
  • war Student > Technische Hochschule Wien (1872-1876)
  • war Einjährig-Freiwilliger > K.u.K. Kriegs-Marine (Österreich-Ungarn)
  • war Mitglied > Verein Südmark (1893)
  • war Präsident > Verein Südmark. Ortsgruppe Wr. Neustadt (-1909)
  • war Ehrenpräsident > Turnverein Wr. Neustadt
  • war Gründungsmitglied > Deutschnationalen Verein für das Viertel unter dem Wr. Wald
  • war Vizepräsident > Deutschnationalen Verein für das Viertel unter dem Wr. Wald
  • war Mitbegründer von > Wiener Neustädter Nachrichten
  • war Gründungsmitglied > Niederösterreichischer Pressverein
  • war Mitglied > Gemeinderat Wr. Neustadt (1896-1913)
  • war Mitglied > Niederösterreich. Landtag (1908-1913)
  • war Präsident > Freiwillige Feuerwehr (Wr. Neustadt) (1896)