Schwind, August Frh. von

Schwind August(in) Frh. von, Beamter.Geb. Wien, 30. 1. 1800; gest. Preßbaum (NÖ), 22. 8. 1892.

Sohn von Johann Franz (Friedrich) v. S. (s. d.) aus 2. Ehe mit Franziska, Bruder von Moritz und Franz Karl Augustin, Vater von Wilhelm August Moritz und Ernst v. S. (alle s. d.) aus seiner 3. Ehe mit August(in)e, geb. Arzberger (geb. Wien, 11. 8. 1829; gest. ebenda, 19. 10. 1880), der Tochter seiner Schwester Wilhelmine. Nach Absolv. des Schottengymn. und der phil. Jgg. an der Univ. Wien trat er 1823 als Konzeptspraktikant bei der Nö. Staatsgüter-Administration ein, wurde 1827 in die Allg. Hofkammer berufen, 1828 zur küstenländ. Domänen-Inspektion in Triest und 1831 in die illyr. Kameral-Gefällsverwaltung in Laibach versetzt. 1832 Sekr. bei dieser Behörde in Brünn. 1836 wurde S. zum Kameralrat der tirol.-vbg. Kameral-Gefällsverwaltung in Innsbruck ernannt, 1839 mit der prov. Leitung der küstenländ.- dalmatin. Finanzlandesbehörde, bes. mit dem Zollreferat betraut. 1841 Hofsekr. der Allg. Hofkammer in Wien, 1843 kontrollierender Zentralinsp. der Finanzwache, 1848 HR bei der Allg. Hofkammer, übertrug man ihm während der Revolution die Leitung der österr. Kameral-Gefällsverwaltung und dann der österr. Finanzlandesdion. Noch im selben Jahr wurde S. dem im Kg.Reich Lombardo-Venetien mit den polit. Staatsgeschäften betrauten Gf. Montecuccoli-Laderchi (s. d.) zur Reorganisation der dortigen Finanzverwaltung beigegeben und konnte die Finanzmittel für Armee und Bau der lombardo-venetian. Kg.-Ferdinand-Eisenbahn von Vicenza nach Verona sicherstellen. Aufgrund dieses Erfolges übertrug man ihm 1850 die selbständige Leitung der Finanzoberdion. und schließl. die Organisierung abgesonderter Finanzpräfekturen, sodaß die gesamte Finanzverwaltung des Kg.Reiches in seinen Händen lag. 1851 ließ sich S. aus gesundheitl. Gründen nach Wien ins Finanzmin. versetzen, wobei er sich u. a. der Kanzleidion. und dem Domänenwesen zu widmen hatte; weiterhin erfolgreich mit verschiedenen Besteuerungssystemen zur Erhöhung des lombardo-venetian. Staatseinkommens befaßt, trafen ihn der Verlust der Lombardei 1859 und die Abtretung Venetiens 1866 schwer. 1864 zum Staatsrat im Beratungsgremium für den K. und zum w. Geh. Rat avanciert, trat S. im folgenden Jahr i. R. Gleichzeitig damit wurde S. in den Frh.Stand erhoben, nachdem seiner Familie 1855 der erbländ. Ritterstand zuerkannt worden war. Im Ruhestand zog er sich, in streng josephin. Tradition erzogen, von strikter Religiosität, josephin. Beamtenethos und vorrevolutionärer Geistigkeit geprägt, aufgrund der zahlreichen polit. Veränderungen völlig aus der Öffentlichkeit zurück. 1854 Ritterkreuz des k. österr. Leopold-Ordens und 1865 dessen Kommandeur-Kreuz.


Literatur: N. Fr. Pr., 23. 8. 1892; Wurzbach; Gothaisches Genealog. Taschenbuch der Freiherrl. Häuser 17, 1867; R. Frh. v. Procházka, Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise, 1928, S. 495; F. Schwind, Vorfahren und Erinnerungen aus der Familie S. seit einem Vierteljahrtausend, 2001, passim; Mitt. Fritz Schwind, Wien, und Richard Schwind, Linz, OÖ.
Autor: (M. Martischnig)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 58

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