Schwarz, Adolf

Schwarz — Adolf (Adolph), Maler. Geb. Wien, 11. 6. 1868; gest. ebenda, 15. 8. 1926.

Sohn eines Kaufmanns; mos. S., der ursprüngl. für den Kaufmannsberuf bestimmt war, begann nach dem Gymn. und zwei Jahren Handelsakad. 1886 an der Wr. Akad. der bildenden Künste in der Allg. Malerschule sein Stud., war 1887–91 Privatschüler von Hirschl-Hiremy (s. Hirémy-Hirschl) und setzte es 1891–92 an der Wr. Akad. fort. Daneben war er bei A. Kaufmann und H. Lefler (beide s. d.) im Atelier tätig. Anschließend ging er nach München und Dachau, wo er unter Alexander Franz Wilhelm Dill und A. Hölzel (s. d.) arbeitete. Von seinen Landschaftsgemälden wurden v. a. die stimmungsvollen Moorbilder aus Bayern bekannt. Überhaupt begann Wasser auf ihn eine bes. Anziehungskraft auszuüben. So entstanden um die Jh.Wende die ersten Bilder aus dem Süden mit Fischern aus Istrien, den Meeresstimmungen, dalmatin. Felsen, Küstenlandschaften von Chioggia bis in die Bocche di Cattaro (Boka Kotorska) – nicht ganz unbegründet wurde er fortan auch als einer der wenigen österr. Marinemaler bezeichnet. Er gelangte dort bald zu einem weiteren bedeutenden Aspekt seines künstler. Schaffens, näml. der Darstellung der Arbeitswelt. Er malte den hart arbeitenden Seemann, den Schiffsbauer oder den Hafenarbeiter ebenso wie ihre Arbeitsstätten, die Werften, Eisengießereien, Werkstätten und Schmieden. Ab 1893 begann er im Wr. Künstlerhaus auszustellen; 1900 wurde er in die Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus) aufgenommen, wo er Mitgl. des Aquarellisten-Clubs und des Maler-Verbandes wurde. S., der während des Ersten Weltkriegs als Kriegsmaler im Kriegs-Presse-Quartier wirkte, arbeitete hauptsächl. in Öl und Pastell, später in Tempera. Die lebenslang persönl. erlebte Not bestätigte ihn in seinem sozialen Engagement und er wurde Mitgl. der Sozialist. Partei, der seine Witwe, die Bez.Rätin Adele S., 120 Ölgemälde aus der Verlassenschaft widmete.


Werke: Herbstmotiv aus Dornbach, 1893; Torfmoor, 1896; Regenstimmung im Moor, Herbstlandschaft in Oberbayern, 1897; Aus einer Maschinenwerkstätte, Alte Schmiede, 1902; Motiv aus Istrien, Dalmatin. Fischerbarken, 1908; Auslaufen der Eskadre, Blick auf Ragusa, Einbringung eines feindl. Handelsschiffes durch ein österr. Torpedoboot, Torpedobootsangriff, 1916; Dalmatin. Segelbarken, 1917; Aus einer Schiffswerft, 1922; Waldmotiv aus Krain, 1923; Brandung am Fort Lorenzo in Ragusa, Sciroccostimmung an der Adria, 1924; Aus den Donauauen, 1926; usw.
Literatur: Arbeiter-Ztg., 17. 8., 21. 12. 1926; NWT, N. Fr. Pr., Neues Wr. Journal, 17. 8. 1926; Bénézit (s. Schwartz A.); Fuchs, 19. Jh.; Kosel 1; Thieme–Becker; R. Schmidt, Das Wr. Künstlerhaus …, 1951, S. 147, 240, 247; Archiv der Akad. der bildenden Künste, Wien.
Autor: (W. Aichelburg)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 54, 1999), S. 422
geboren in Wien
gestorben in Wien
wirkte in München
wirkte in Dachau
wirkte in Istrien
war Student Akademie der bildenden Künste Wien 1886-1887
war Student Akademie der bildenden Künste Wien 1891-1892
war Mitarbeiter von Österreich-Ungarn. Kriegspressequartier 1914-1918
war Mitglied Genossenschaft der Bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus) 1900
war Mitglied Aquarellisten-Club (Künstlerhaus)
war Mitglied Malerverband (Künstlerhaus)
war Mitglied Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschösterreichs

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