Schreiner, Adolf von

Schreiner Adolf von, Beamter. Geb. Olmütz, Mähren (Olomouc, Tschechien), 12. 3. 1823; gest. Hinterbrühl (NÖ), 31. 8. 1899.

Sohn von Gustav Franz Xav. v., Bruder von Gustav Frh. v. und Moriz v., Onkel von Emerich v. S. (alle s. d.) und Friedrich Karl Gustav v. S. (s. u. Emerich v. S.). S. absolv. das Gymn. und die phil. Stud. an der Univ. Graz, ehe er 1841 als Kanzleipraktikant bei der stmk. illyr. vereinten Kameral-Gefälls-Verwaltung in Graz in den öff. Dienst trat. Ab 1843 war er der Kameral-Bez.-Verwaltung in Graz zugeteilt und stieg 1845 zum Konzeptspraktikanten auf. 1848 beteiligte sich S. unter der Leitung seines Vaters gem. mit seinem Bruder Mori(t)z für wenige Monate an der Red. der „Gratzer Zeitung“. 1850 Konzeptsadjunkt der neugeschaffenen Generaldion. für Kommunikationen im Handelsmin., strebte er eine Tätigkeit im Bereich des expandierenden Eisenbahnwesens an und wurde 1851 der Betriebsdion. der südl. Staatsbahn in Graz als Konzipist zugeteilt. 1856 in die Betriebsdion. nach Wien versetzt, wurde er 1857 zum prov. Insp. befördert. Mit der Privatisierung der Staatsbahn schied S. 1859 aus dem Staatsdienst aus, verblieb jedoch in der Betriebsdion. der Südbahn-Ges., wo er für das Transportwesen zuständig war. Ab 1865 war S. als Oberinsp. in der Generaldion. tätig, avancierte 1869 zum Vorstand des Sekretariats, ehe er 1870 zum Generalsekretär ernannt und mit der Leitung des administrativen Diensts betraut wurde; 1873 Reg.Rat, 1881 HR. Bes. Sachkenntnis bewies er in Fragen der Rechts- und Finanzverhältnisse der Ges. sowie bei den Verhh. mit der Regierung. Darüber hinaus war er bes. mit der durch die Abtrennung des italien. Bahnnetzes (1867) notwendig gewordenen Neugestaltung der Beziehungen zu den oberitalien. Bahnen und zur italien. Regierung befaßt. Zuletzt arbeitete er einen Sanierungsplan für die Ges. aus, der aber im Verwaltungsrat auf Ablehnung stieß und daher nicht zur Ausführung gelangte. 1892 trat S., mehrfach mit in- und ausländ. Orden dekoriert, i. R. Sein Engagement im Eisenbahnwesen beschränkte sich nicht nur unmittelbar auf die Südbahn, er war daneben auch ab 1873 Mitgl. des Verwaltungsrats der AG für österr. Verbindungsbahnen, ab 1885 Mitgl., ab 1887 Präs. des Verwaltungsrats der von der Südbahn-Ges. betriebenen Wien–Pottendorf–Wr. Neustädter Bahn sowie 1893 Mitgl. des Verwaltungsrats der Böhm. Westbahn.


Literatur: Fremden-Bl., 2. 9. 1899; Wurzbach (s. u. Schreiner Gustav Franz v.); Schematismus des Herzogtums Stmk. für 1842ff., o. J., s. Reg.; Die Actie 4, 1873, n. 158, S. 1557 (mit Bild); Beschreibender Kat. des K. k. hist. Mus. der österr. Eisenbahnen, 1902, S. 348f.; H. Dietrich, Personen aus Österr. Eisenbahngeschichte, (1993); Pfarramt St. Othmar, Mödling, NÖ; AdR Wien.
Autor: (R. Mannhard – Ch. Mentschl)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 52, 1997), S. 204

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  • geboren in > Olmütz
  • gestorben in > Hinterbrühl