Schranka, Eduard Maria

Schranka Eduard Maria, Ps. Egon Rail, Dr. Ems, Schriftsteller und Beamter. Geb. Plan, Böhmen (Planá, Tschechien), 21. 9. 1850; gest. Wien, 10. 8. 1916.

Sohn eines Militärarztes. Nach Gymn.Stud. in Leitmeritz (Litomerice) und Prag begann S. 1868 ein Med.Stud. an der Univ. Prag, war jedoch dann 1869–70 aktiv im Militärdienst (1872 als Lt. der Res. außer Dienst gesetzt). Nach einer Probepraxis trat er im Februar 1871 in Prag in den Postdienst. 1876–79 stud. er daneben an der Univ. Prag Phil., 1879 Dr. phil. mit einer Diss. über „Der Stoiker Epiktet und seine Philosophie“ (1885 gedruckt), 1879–82 belegte er acht Semester Jus, die er mit dem Absolutorium abschloß. Nochmals stud. er 1883–84 an der Med. Fak. der Univ. Prag. Ab 1894 lebte er in Wien, als Beamter beim Handelsmin. (Hilfsämter), zuletzt im Rang eines Postoberoffizials, beschäftigt; 1904 i. R. Bereits während seiner Prager Zeit war S. auch als Schriftsteller und Journalist hervorgetreten. Während er als Lyriker nicht über epigonale Verse nach dem Vorbild Saphirs (s. d.) hinauskam, entbehren seine kulturhist. Schriften, häufig über Dinge des Alltagslebens und der Alltagskultur, oft schon aufgrund der Kuriosität des Gegenstandes nicht einer gewissen Originalität. Sein „Wiener Dialekt-Lexikon“, 1905, ist als Smlg. und oft einzige Belegstelle auch heute noch eine wichtige Quelle für die Mundartforschung.


Werke: Rübezahl, seine Begründung in der dt. Mythe, …, 1884; Ged., 1884; Brennende Liebe, 1884 (Ged.); Ein Buch vom Bier, 1886; Uhlandiana, 1887; Prag im dt. Lied, 1888; Culturhist.-etymolog. Lex. der Fußbekleidungen, 1890; Brückenkde., 1890; Die Suppe, 2. Aufl. 1890; Annalogie. Ein Annenbüchlein, (1895); Oesterr. Post-Stammbuch, 1896; Buch berühmter Hunde, 1913; Tabak-Anekdoten, 1914; Bibliographie der tabakolog. Literatur, in: Fachl. Mitt. der österr. Tabakregie, Jgg. 1919/20, 1920, 1931, 1931; usw.
Literatur: NWT, Wr. Ztg., 11. 8. 1916 (beide Abendausg.); Brümmer; Egerländer Biograf. Lex.; Giebisch–Gugitz; Kosch; Kosel 1; Nagl–Zeidler–Castle 3, S. 89; A. Hinrichsen, Das literar. Deutschland, 2. Aufl. 1891; M. Urban, Zur Literatur Westböhmens, 1896; H. Effenberger, in: Dt. Arbeit 10, 1910/11, S. 178ff. (mit Bild); UA Praha, Tschechien; AVA, KA, Finanz- und Hofkammerarchiv, alle Wien; Mitt. Erika Kühn, Wien.
Autor: (E. Lebensaft)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 52, 1997), S. 177

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  • geboren in > Planá
  • gestorben in > Wien