Schreiber, Johann Max

Schreiber Johann Max(imilian), Stenograph und Schulmann. Geb. Böhm. Leipa, Böhmen (Ceská Lípa, Tschechien), 19. 11. 1832; gest. Wien, 7. 3. 1911.

Sohn eines Lehrers; mos., ab 1856 röm.-kath. Nach Besuch der Unter- und einem Jahr Oberrealschule absolv. er in Prag die Vorbereitungsschule der Technik sowie ein Jahr Präparandie und Lehrerbildungskurs für Realschulen (Mathematik, Physik, Geometrie usw.) und stud. danach 1852–55 am Polytechn. Inst. in Wien. S., der 1852 das System Gabelsberger erlernt hatte, lehrte 1856–1902 in Wien Stenographie am Piaristengymn., 1858–1901 am Schottengymn., später daneben noch an einer Reihe anderer Wr. Schulen. Ab 1859 war er zudem Lehrer für dieses Fach an der Univ. Wien und am Polytechn. Inst. Zufolge seiner Kenntnisse und seiner fachl. erfolgreichen Tätigkeit, der Generationen von Stenographen ihre Ausbildung verdankten, wurde S. von der Ablegung der Lehramtsprüfung befreit (1866). Neben seiner Unterrichtstätigkeit wirkte er auch als Stenograph bei Gericht und bei Generalversmlgg., hielt Kurse für Beamte usw. und trug durch eine Reihe von Publ. zur Propagierung seines Fachs und insbes. zur Verbreitung des Systems Gabelsberger in Österr. wesentl. bei. 1855–61 war er auch Mitgl. und Funktionär im Stenographen-Centralver. in Wien, später u. a. Ehrenpräs. des akadem. Stenographenver. in Wien und Vorstand des Ver. für vereinfachte Rechtschreibung. Im Rahmen der Wr. Weltausst. 1873 stellte er einige stenograph. Kuriosa aus, die Aufsehen erregten, und wurde auch öff. ausgez.


Werke: W. (tw. mehrere Aufl.): Geschichtl. Entwicklung der Schreib- und Redezeichenkunst, in: Programm und Jahresber. des k. k. Josephstädter Gymn. …, 1857; Neue Entwicklungs-Methode der stenograf. Schriftzeichen des Gabelsberger’schen Sistems nebst einer Erörterung der Frage: Wann soll mit dem Unterrichte in der Stenografie begonnen werden?, 1862; Theoret.-prakt. Lehrbuch der Stenographie nach dem Systeme Gabelsberger’s, 1863; Einheit der dt. Schreibung, 2. Aufl. 1864; Kurzgefasstes Lehrbuch der dt. Stenografie (Redezeichenkunst) nach dem Sisteme Gabelsberger’s …, 1866; Soll die Stenographie obligator. gelehrt werden?, in: 18. Jahresber. über das k. k. Josephstädter Ober-Gymn. …, 1868; Neues System der Satzkürzungen in der Gabelsbergerschen Stenographie, 1877; Lehrbuch der dt. Stenografie nach dem System Gabelsberger …, 4. Aufl. 1880; Schrift und Sprache, 1883; F. X. Gabelsberger …, in: Jahres-Ber. des k. k. Ober-Gymn. zu den Schotten in Wien …, 1888, auch selbständig; Die Stenographie. Lehr- und Übungsbuch der dt. Redezeichenkunst nach dem System Gabelsberger, 2 Bde., 1898; usw. Hrsg.: Die erste allg. Lehrerversmlg. zu Wien, 1867.
Literatur: N. Fr. Pr., Wr. Ztg., 10. 3. 1911; Kosel 1; Wurzbach (s. u. Schreiber Simon); Wr. Stenographenztg. 11, 1911, Märzh., S. 21f.; J. Schönthoner, ebenda, 11, 1911, Aprilh., S. 29; Stenograph. Korrespondenz 19, 1911, n. 1, S. 8; Die k. k. Techn. Hochschule in Wien 1815–1915, red. von J. Neuwirth, 1915, S. 572; Archiv der Techn. Univ., Pfarramt Wieden, beide Wien.
Autor: (L. Swossil)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 52, 1997), S. 194

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  • geboren in > Česká Lípa
  • gestorben in > Wien