Scholz, Wilhelm

Scholz Wilhelm, Mediziner. Geb. Prag, Böhmen (Praha, Tschechien), 20. 1. 1864; gest. Graz (Stmk.), 30. 11. 1933.

Stud. nach Absolv. der Oberrealschule ab 1880 Chemie an der Dt. Techn. Hochschule Prag, nach Ablegung der Gymn.Matura Med. an der Dt. Univ. Prag. 1894 Dr. med. und vorerst Ass. von Friedrich Kraus (s. d.) am Rudolfspital in Wien, folgte er diesem noch im selben Jahr an die Univ. Graz, habil. sich dort 1902 für Innere Med. und erhielt 1906 die Ernennung zum Tit. ao., 1927 zum Tit. o. Prof. Seit 1906 auch Dir. des Allg. Krankenhauses, des Gebär- und Findelhauses, plante und leitete er den Bau des neuen Landeskrankenhauses in Graz, als dessen Zentraldir. er ab der Eröffnung 1904 fungierte und das er in der Zwischenkriegszeit trotz schlechter Finanzlage weiter ausgestaltete. Auch war er maßgebl. an der Gründung der chem.-pharmazeut. Werke des Landes Stmk. beteiligt, die der Herstellung kostengünstiger Präparate sowie der Förderung wiss. Heilmittelherstellung dienten, und am Ausbau anderer Spitäler, Heilstätten und Wohlfahrtseinrichtungen im Land, bes. der Sonnenheilstätte Stolzalpe. Als Forscher veröff. S. mehrere größere Arbeiten, von denen jene über den Kretinismus sowie die steir. Heil- und Pflegeanstalten hervorzuheben sind. S. fand Anerkennung in mehreren Ausz., 1906 in der Berufung in den Obersten Sanitätsrat sowie der Ernennung zum HR 1921. Mit Planung, Bau und Leitung der damals größten Krankenanstalt Europas setzte er sich selbst ein Denkmal.


Werke: Geschichte der Prager Burschenschaft „Arminia“, 1891; Klin. und anatom. Untersuchungen über den Cretinismus, 1906; Erkrankungen des Stoffwechsels, gem. mit Th. Brugsch u. a. (= Spezielle Pathol. und Therapie innerer Krankheiten 1), 1919; Die Stmk. Landes-Heilund Pflegeanstalten, o. J.; usw. Hrsg.: Jahresber. des Allg. landschaftl. Krankenhauses in Graz, 1906ff. Red.: Mitt. des Ver. der Ärzte in Stmk. 38ff., 1901ff.
Literatur: RP, 1., Tagespost (Graz), 2. und 3. 12. 1933; Fischer; Kürschner, Gel.Kal., 1926–31; W. Berger, in: Wr. klin. Ws. 47, 1934, S. 61; G. Mittelbach, in: Domus Austriae …, hrsg. von W. Höflechner u. a., 1983, S. 296; ders., Die innere Med. in Graz, phil. Diss. Graz, 1986, S. 104; UA Graz, Stmk.
Autor: (G. Mittelbach)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 52, 1997), S. 135

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  • geboren in > Prag
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