Schnapper, Mayer Arthur von

Schnapper Mayer (Salomon) Arthur von, Bankier. Geb. Frankfurt a. Main, Freie Stadt (Deutschland), 7. 1. 1822; gest. Mödling (NO), 27.6. 1886.

Sohn des Wechslers Salomon Mayer S. (geb. Frankfurt a. Main, 14. 7. 1786; gest. Wien, 17. 6. 1859) und der Henriette, gebe Worms (geb. Frankfurt a. Main, 28.8. 1803; gest. Wien, 30.7. 1879), Neffe des Anton S. (s. d.), Cousin des Vorigen und Bruder des Folgenden; mos. Im Handelsgeschäft ausgebildet, gründete S. 1841 in Wien das Handlungshaus M. Schnapper. Seinen Geschäftserfolg erzielte er, indem er zur unverzügl. Auftragserteilung an der Wr. Börse den Informationsvorsprung nützte, den ihm die schon an der Stadtgrenze erwartete Frankfurter Stafette mit der Kursliste verschaffte. S. erhielt 1850 die österr. Staatsbürgerschaft und übernahm 1851 die Wechselstube Franz Schaups (s. unter Wilhelm Schaup), die er ab 1852 gern. mit seinem Bruder Moritz betrieb. Als Gründer und Präs. der Wr. Effektenassozietät hatte er lange auf den hiesigen Effektenmarkt großen Einfluß, war zwei Jahre hindurch Präs. des Gremiums der Wr. bürgerl. Wechsler sowie eines der aktivsten Mitgl. des Verwaltungsrats der nö. Escompte-Ges. und wurde vom k. Hof und von der Staatsverwaltung mit Geldgeschäften, wie der Situierung von Staatsanleihen, betraut. Nach dem Ende des dt.dän, Kriegs von 1864 gründete er eine Stiftung für invalide Soldaten. S. erwarb das landtäfl. Gut Tajkowitz (Tavikovice) in Mähren. Nicht zuletzt wegen seiner Verdienste um die Finanzen des k. Hofs wurde er mit dem Orden der Eisernen Krone III. Kl. ausgez. und 1865 nob. Er war mit Emilie, gebe Dormizer (geb. Prag, Böhmen/ Praha, Tschechien, 7.9. 1824; gest. Wien, 26. 10. 1896), Vorsteherin der Israelit. Kinderbewahranstalt und des Frauenver., verehel. S. verdankte seinen Aufstieg nicht nur seinem Geschick als Bankier; seine Bedeutung, die sich in seinem Großgrundbesitz und in der Nobilitierung öff. manifestierte, errang er vielmehr über seine Tätigkeit in Berufsorganisationen und durch seine Verbindungen zum Herrscherhaus.


Literatur: N. Fr. Pr. vom 28.6.1886 (Abendausg.); Die Neuzeit 26, 1886, S. 252; Weimarer hist-genealoges Taschenbuch des gesamten Adels jehudäischen Ursprunges 2, 1913, S. 878; Al/g. Verw.A., Wr. Stadt- und LA, beide Wien.
Autor: (J. Mentschl)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 49, 1993), S. 358

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