Schnell, Josef von

Schnell Josef von, Schriftsteller und Konsularbeamter. Geb. Innsbruck (Tirol), 21. 11. 1822; gest. Alexandria (Iskanderija, Ägypten), 30. 12. 1863.

Beamtensohn, Bruder des Ludwig Franz Ser. v. S. (s. d.). Stud. an der Univ. Innsbruck und 1844 an der Univ. Wien Jus, war aber auch phil. interessiert (z. B. an Hegel) und stand in den frühen 40er Jahren dem literar. Kreis um Pichler v. Rautenkar (s. d.) nahe, blieb aber insgesamt eher konservativ eingestellt; in den von Pichler hrsg. „Frühliedern aus Tirol“ (1846) sind einige – recht epigonale – spätromant. Ged. von S. enthalten. Nach diversen Tätigkeiten als Beamter und als Sekretär des Tiroler Landesmus. Ferdinandeum in Innsbruck sowie nach einem militär. Einsatz an der Grenze zu Italien im Jahr 1848 wurde der sprachbegabte S. 1853 in Wien Konsulareleve. 1854 wurde er Vizekanzler beim österr. Konsulat in Trapezunt (Trabzon), 1857 Kanzler in Galatz (Galati), Ende 1857 in Konstantinopel (Istanbul), 1859 in Alexandria. Diese Aufenthalte benützte er zu Reisen (u. a. in die Moldaufürstentümer, nach Jerusalem und nach Nubien), von denen er in Briefen voll interessanter Beobachtungen berichtete, die oft mit jenen Fallmerayers (s. d.) – den er auch persönl. gekannt haben soll – verglichen werden. Nie ges. im Druck erschienen, begründeten sie doch einen gewissen Ruhm im Freundeskreis.


Werke: Briefe, in: H. v. Perthaler’s auserlesene Schriften, hrsg. von A. Mayr, 1, 1883, S. 391ff.; Reisetagebuch des Consulatskanzlers J. v. S. über die Seefahrt von Constantinopel nach Triest im Sommer 1858, hrsg. von S. M. Prem, in: Z. für Schul-Geographie 13, 1892; usw.
Literatur: Tiroler Stimmen vom 30. 1., Volks- und Schützen-Ztg. vom 1. 2. 1864; Ferdinandeum. 30. Ber. des Verwaltungs-Ausschusses . . . 1862 und 1863, 1864, S. 19ff.; Literaturbl., hrsg. von A. Edlinger, 2, 1878, S. 528ff. (mit Ged.Proben); Brümmer; Giebisch–Gugitz; Kosch; Nagl–Zeidler–Castle 3–4, s. Reg. (mit Bild); Wurzbach (s. unter Schnell Martin); S. M. Prem, J. v. S., 1892 (mit Textproben); A. Pichler, Zu meiner Zeit ( = ders., Ges. Werke 1), 2. Aufl. 1905, s. Reg.
Autor: (S. P. Scheichl)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 50, 1994), S. 392f.

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