Schmidt, Mathias Andreas

Schmidt, —Mat(t)hias Andreas Buchdrucker. Geb. um 1742; gest. Wien, 13. 12. 1818.

1764 wird S. erstmals als Schriftsetzer in der Wr. Buchdruckerei Trattner genannt. 1778 kaufte S. die Wr. Buchdruckerei des Leopold Kirchberger und erhielt noch im selben Jahr die Befugnis eines Univ.Buchdruckers. Wegen eines Verstoßes gegen die Zensurvorschriften wurde er um 1780 zu einer Geldstrafe verurteilt. Um 1790 arbeitete er mit acht Pressen; 1796 scheint er als Hofbuchdrukker auf. Aus seiner Offizin, die in Wien einen sehr guten Ruf genoß, stammen viele bedeutende wiss. Werke, darunter „Wiens Buchdruckergeschichte bis M. D. L. X.“ von Michael Denis (1782) sowie mehrere botan. Prachtwerke von N. J. v. Jacquin (s. d.). Um die Jh.Wende war S. auch als Schätzmeister tätig. Gegen Ende seiner Laufbahn wählten ihn die Wr. Buchdrucker zu ihrem „Repräsentanten“. Bei seinem Tod hinterließ er – einschließlich der Geschäftseinrichtung – ein beachtliches Gesamtvermögen. Seine Erbin, die Tochter Franziska S., verehel. Sarchi, verkaufte die Druckerei 1821 an Johann Paul Sollinger.


Literatur: (F. Gräffer), Josephin. Curiosa 3, 1848, S. 79; Kat. der hist. Ausst. von Wr. Buchdruck-Erzeugnissen 1482–1882, 1882, S. 97f.; A. Mayer, Wiens Buchdrucker-Geschichte 1482–1882, 2, 1887, s. Reg.; A. Durstmüller, 500 Jahre Druck in Österr. 1, (1982), S. 222f.; Wr.Stadt- und LA, Wien.
Autor: (A. Durstmüller)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 48, 1992), S. 287

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  • geboren in > Rosenheim
  • gestorben in > Wien