Schnabl, Moriz

Kaufmann und Likörfabrikant, geb. 2.8.1814 in Rýmařov, gest. 24.8.1892 in Brünn

Sohn eines Brennereibesitzers, Vater des Adolf S., der ab 1889 ein Küchengerätegeschäft in Brünn leitete, und des Wilhelm S. (s. unten); mos. S. war ab 1833 Kaufmann und Pächter der fürstl. liechtenstein. Brennerei in Heidenpiltsch (Bílcice), danach als Kaufmann in verschiedenen Orten Mährens, ab 1856 in Brünn tätig, wo er auch eine kleine Rosolio- und Likörfabrikerzeugung aufbaute. 1864 übersiedelte er in die Brünner Zeile und richtete dort ein Kaffeehaus, ein Geschäft und eine vergrößerte Likörfabrik, später auch eine Bäckerei ein. 1867 übernahm er die Einhebung der Marktstandsgebühren der Stadt Brünn, hatte dann auch das Postmeisteramt inne und war ab 1869 Hauptlieferant von Nahrungs- und Heizmitteln für die Brünner Gerichte und das Gefangenenhaus. Sowohl im öff. Leben Brünns (u. a. war er eine Zeitlang Vorstand der israelit. Kultusgemeinde) als auch karitativ (für das Brünner Gefangenenhaus, das mähr.-schles. Blindeninst. usw.) tätig, wurde er 1877 mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgez. Ab 1876 wurde die Likörfabrik unter der alten Fa. „Moriz Schnabl“ von S. s Sohn Wilhelm S. (geb. Brünn, 29. 11. 1855; gest. ebenda, 21. 9. 1897) weitergeführt, der nach Absolv. der Oberrealschule in Brünn und kurzem Stud. am Polytechn. Inst. in Wien (1866/ 1867) sowie Erlernung des Bäckergewerbes auf Wunsch des Vaters in dessen Bäkkerei eingetreten war. Neben der Erweiterung und Ausgestaltung der väterl. Unternehmungen widmete sich S. dem berufsständ. Verbandsleben: Er war 1894 Ersatzmann, 1896 Mitgl. der Brünner Handels- und Gewerbekammer, Vizepräs. des Brünner kaufmänn. Ver., Obmannstellv. und Schriftführer der Genossenschaft der Liqueur-, Essig- und Sodawasser-Erzeuger in Brünn, Vizepräs. und Referent des Verbands der Österr. Liqueur-, Spirituosen- und Essigfabrikanten sowie Red. von dessen Mitt.BL, um dessen Gründung er sich Verdienste erworben hatte.

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  • Geburtsort > Rýmařov
  • Sterbeort > Brünn

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