Schmeja, Maximilian Karl

Schmeja Maximilian Karl, Maschinenfabrikant. Geb. Bielitz, österr. Schlesien (Bielsko-Biala, Polen), 10. 8. 1866; verschollen Zittau (Deutschland) seit 25. 5. 1945 (Toderklärung 31. 12. 1945).

Sohn des Vorigen; besuchte das Realgymn. in Bielitz und stud. an der Maschinenbauschule der Techn. Hochschule in Wien (1890 2. Staatsprüfung). Nach einjähriger Praktikantenzeit in Aue (Sachsen) war er in London und Paris und unternahm eine Stud.Reise in die USA. Gem. mit seinem Bruder, dem Maschinenfabrikanten und Ing. (Staatsgewerbeschule Bielitz) Ernst S. (geb. Kobiernice, Galizien/Polen, 13. 4. 1868; gest. Velbert, Nordrhein-Westfalen/Deutschland, 10. 5. 1954), trat S. 1891 in den väterlichen Betrieb ein, den die Brüder 1896 übernahmen. 1932 wurde das Unternehmen in eine Offene Handelsges. umgewandelt; in diesem Jahre trat S.s Sohn Ewald Edmund Otto S. (geb. Biala, Galizien/Bielsko-Biala, Polen, 29. 4. 1903) als Gesellschafter ein, später auch sein Bruder Norbert Anton Friedrich S. (1904–45), während Ernsts Sohn Johannes Alexander Edmund S. (geb. Biala, 21. 1. 1902) erst 1935, sein Bruder Otto Alexander Walter S. (1910–80) nach 1935 Gesellschafter wurden. Das Unternehmen stellte Maschinen für die Aufbereitung von Lebensmitteln und Chemikalien her, so Mühlen aller Art (vor allem die weltbekannt gewordene Excelsior-Mühle), Sieber, Mischer, Filter usw. Das eingetragene Firmenzeichen E S war auch zum Gütezeichen für den Maschinenbau und die Gußteile geworden. Wie schon unter der Leitung des Firmengründers wurde der Betrieb bis in die 40er Jahre des 20. Jh.s weiter ständig vergrößert. Er lief ausgelastet, voll elektrifiziert mit bis zu 300 Betriebsangehörigen bis Jänner 1945. Das Werk überstand den Krieg unbeschädigt. Mehrere Werke mit techn. Präzisionsfertigung wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in der poln. Fa. Befared in Bielitz-Biala zusammengefaßt, mit ihrem Sitz im Verwaltungsgebäude der einstmaligen Maschinenfabrik Edmund Schmeja. S. selbst gehörte der Dt. Partei an, war Ortsschulrat, Gemeinderat, Mitgl. der Landeserwerbssteuerkomm. für Galizien. 1915 wurde er der letzte dt. freigewählte Bürgermeister von Biala und blieb es bis zur Auflösung des Gemeinderats im April 1925. Erst um 1940 zog er sich in den Ruhestand zurück.


Literatur: Bielitz-Bialaer Beskidenbriefe. Mitt.Bl. der Heimatgruppe Bielitz-Biala 33, 1983, n. 14, S. 3; E. Hanslik, Biala, 1909, S. 191ff.; Kronika Slaska Cieszynskiego i powiatów Biala Zywiec, 1932, S. 279f.; H. Rechowitz, Bielsko-Biala Zarysrozwoju miasta in powiatu, 1971, S. 201; E. Schmeja, Geschichte der Fa. und Lebenslauf M. S., Manuskript, Collegium Carolinum, München, Deutschland.
Autor: (E. Marschner)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 48, 1992), S. 231

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  • geboren in > Bielsko-Biała
  • gestorben in > Zittau