Scheu, Gustav

Scheu Gustav, Politiker und Jurist. * Wien, 7. 10. 1875; † Wien, 9. 3. 1935.

Sohn des Komponisten, Chorleiters und Musikkritikers Josef F. G. S. (s. d.), Neffe des Vorigen und des Folgenden; stud. 1893–97 an der Univ. Wien Jus, 1898 Dr. jur., und war ab 1905 als Advokat in Wien tätig. S. interessierte sich schon als Student für die Gartenstadtbewegung in England. 1907 gehörte er zu den Begründern der Zentralstelle für Wohnungsreform in Wien. 1918/1919 war er Mitgl. des provisor., 1919–23 des Wr. Gemeinderats, 1919/20 auch Stadtrat. S. erwarb sich große Verdienste um die Förderung zeitgenöss. Künstler wie A. Loos oder A. Berg (beide s. d.). Er war mit der Schriftstellerin Helene S.-Riesz (1880–1970), die auch in sozialdemokrat. Frauenorganisationen tätig war, verheiratet.


Werke: Gesetz über Ges. mit beschränkter Haftung. Kommentar, gem. mit F. Kornfeld ( = Handausg. österr. Gesetze 1), 1906; Der Mieterschutz, o. J.; usw. Hrsg.: Oesterr. Civilprozeßgesetze, 2 Abt., 3. Aufl. o. J.; usw.
Literatur: Rathaus-Korrespondenz vom 5. 10. 1950; Die Presse vom 6. 10. 1950; Amtsbl. der Stadt Wien vom 13. 2. 1960; Knauer; H. Steiner, Die Gebrüder S. ( =Veröff. der Arbeitsgemeinschaft für Geschichte der Arbeiterbewegung in Österr. 5), (1968), s. Reg.; W. Posch, Die Wr. Gartenstadtbewegung ( = Tusch–Urbanistka 1), 1981, S. 34, 47f., 50f., 58; A. Magaziner, Die Bahnbrecher, (1985), S. 93ff.; UA Wien.
Autor: (Red.)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 46, 1990), S. 96f.

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