Schachinger, Norbert

Schachinger Norbert (Martin), OPraem., Abt. * Gurten (OÖ), 23. 6. 1842; † Schlägl (OÖ), 27. 1. 1922.

Bauernsohn; trat 1861 in das Prämonstratenser Chorherrenstift Schlägl ein, 1865 feierliche Profeß, 1866 Priesterweihe. Wurde zunächst Stiftskaplan, 1873 als Subprior mit den Agenden des Priors betraut; nach dem Tod von Lebschy (s. d.) wurde er 1885 zum Abt des Stiftes gewählt. Als solcher wirkte S. durch starke Betonung der klösterlichen Gemeinschaft, des Gebetslebens und durch Überwindung des Josephinismus. Er veranlaßte den Bau der Gemäldegalerie und den Ankauf des Forstes Kammer/Attersee. Ein Drittel der jährlichen Einkünfte des Stiftes widmete er Wohlfahrtszwecken. 1888–1918 Präs. des Landeskulturrates für OÖ. 1902 war er Präses des Gen.Kapitels des Ordens zu Averbode (Belgien), ab 1906 fungierte er als Gen.Abt des Prämonstratenserordens. Er sorgte für die Hrsg. liturg. Bücher und für die Gründung eines Generalatshauses in Rom. Stark konservativ, prägte S., dem die Zusammenführung des Ordens zur Einheit gelang, durch seine Persönlichkeit eine ganze Priester- und Seelsorgergeneration. Vielfach geehrt und ausgezeichnet, u. a. Ehrenbürger von 14 Gemeinden, 1885 k. Rat. Sein Bruder, Georg S. (1843–1925), war Weltpriester und kath. konservativer Politiker.


Literatur: Linzer Volksbl. vom 28. 1. 1922; G. Baumkirchner, in: Die Heimat 146, Februar 1972 (Beilage zur Rieder Volksztg.); H. Ströhl, Die Wappen der Abte des Prämonstratenserstiftes Schlägl, in: Jb. der k. k. Herald. Ges. „Adler“, NF3, 1893, S. 138 f., auch selbständig; Stud. und Mitt. aus dem Benediktiner- und dem Cistercienser-Orden 30, 1909, S. 693; I. H. Pichler, in: Analecta Praemonstratensia 48, 1972, S. 65 ff.; C. J. Klein, in: Schlägl intern 10, 1984, S. 351 ff.; Krackowizer; Die Audienz unseres . . . Abtes N. S. bei . . . Papst Leo XIII. am 18. 4. 1896, 1896; Biograph. Album für den österr. kath. Klerus, 1910, S. 198; L. Goovaerts, Écrivains, artistes et savants de l’ordre de Prémonturé 4, 1911, S. 315; F. Krinzinger, Das Wirken des Prämonstratenserstiftes Schlägl im letzten Jh. (1818–1918), 2. Aufl. 1918, S. 8 f.; L. Pröll, Cat. canonicorum regularium Ordinis Praemonstratensis S.P. Norberti Canoniae Plagensis (Schlägt in Austria sup.). hrsg. von C. Lang, 1957, S. 54; F. Reischl, Stift Schlägl, 1973, S. 20, 60; Aigen-Schlägl, red. und hrsg. von I. H. Pichler ( = Schlägler Schriften 6), 1979, s. Reg., bes. S. 322· E. Uhl, D. A. Lebschy ( = ebenda, 1), 2. Aufl. 1980, s. Reg.
Autor: (I. H. Pichler)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 46, 1990), S. 17

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