Schaffgotsch, Johann Anton Ernst Gf.

Schaffgotsch (e) Johann Anton Ernst Graf, Bischof. * Brünn (Brno), 16. 2. 1804; † ebenda, 31. 3. 1870.

War 1811–23 Zögling des Theresianums in Wien, stud. ab 1824 Theol. in Brunn; 1825 wurde er Domizellar des Domkapitels in Olmütz (Olomouc), nach der Priesterweihe (1827) war er in der Seelsorge u. a. in Großtajax (Dyjákovice) tätig. 1837 wurde er Domherr in Olmütz, 1838 Dompropst, 1839 Weihbischof und Dir. der theolog. Stud. an der Univ. Olmütz. Ab 1841 Bischof von Brünn, wirkte S. im Geist der kath. Restauration. Er gründete 1852 das Diözesanknabenseminar (Neubau 1858/59) in Brünn und förderte das kath. Ver. Wesen und kirchliche Werke, die Volksmissionen und Priesterexerzitien sowie eine Niederlassung der Barmherzigen Schwestern mit Waisenhaus. Um die Erneuerung der alten Ordensdisziplin war er bemüht. Am Priesterseminar führte er Vorlesungen über die kirchliche Kunst ein. In kirehcnpolit. Hinsicht orientierte er sich am Olmützer Metropoliten und bezog in der Auseinandersetzung des österr. Katholizismus mit dem Liberalismus (Schul- und Ehegesetze) der späten 60er Jahre entschieden Stellung. Der tschech. nationalen Bewegung im Klerus stand er später verständnisvoller gegenüber. Sein Vermögen vermachte er zum größten Tl. dem Knabenseminar.


Literatur: Brüuner Ztg. vom 1. 4. 1870; Wr. Ztg. vom 3. 4. 1870; J. Zabel, 200 Jahre Bistum Brünn (1777–1977) ( = Schriftenr. des Sudelendt. Priesterwerkes Königstein/Taunus 21), 1976. S. 13 f., 47; K. A. Huber, in: Archiv für Kirchengeschichte von Böhmen–Mähren–Schlesien 5, 1978, S. 190 ff.; Kosch, Kath. Deutschland; Wurzbach; Mähren und das Bisthum Brünn, hrsg. von E. Weinbrenner. 1877, S. 70 ff.; Hierarchia Catholica medii et recentioris aeevi. .. 7, hrsg. von P. R. Ritzler und P. P. Sefrin, 1968, S. 97, 120; A. Zelenka, Die Wappen der böhm. und mähr. Bischöfe, 1979, S. 282 f.
Autor: (A. K. Huber)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 46, 1990), S. 28

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Brünn
  • gestorben in > Brünn