Saporiti, Teresa

Saporiti Teresa, verehelichte Codecasa, Sängerin. * Mailand, 1763 (1764); † Mailand (?), 17. 3. 1869.

Wurde von ihrem Schwager P. Bondini 1782 für seine Theatertruppe engagiert und trat mit dieser in Leipzig, Dresden und Prag auf. Am Anfang ihrer Karriere wurde S. lediglich wegen ihrer äußeren Erscheinung gelobt, auch in den von ihr übernommenen Kastratenrollen fand sie keinen Beifall. Dem steht gegenüber, daß Mozart die gesangstechn. und -darsteller. anspruchsvolle jugendlichdramat. Sopranpartie der Donna Anna in seiner Oper „Don Giovanni“ für S. schrieb und sie diese Aufgabe 1787 bei der Urauff. im Prager Nationaltheater mit Bravour löste. 1788/89 trat S. in Venedig in Opern von Guglielmi auf, 1789 sang sie auch an der Mailänder Scala in Bianchis „Nitteti”; später gastierte sie in Bologna, Parma und Modena. 1795 wurde sie als Prima buffa assoluta von G. Astarittas Theaterges., nach St. Petersburg (Leningrad) engagiert und sang mit großem Erfolg u. a. 1795 in Cimarosas „L’Italiana in Londra“ und 1796 in Paisiellos „Il barbiere di Seviglia“. Im selben Jahr erschien eine Komposition S. s, zwei Romanzen mit Gitarrenbegleitung. Ab 1796 am Nationaltheater in Wien, debut. sie als Alphonsine in S. de Palmas „La pietra simpatica”; in dieser Rolle trat sie auch 1797 zum letzten Mal in Wien auf. Ihr weiterer Lebensweg liegt weitgehend im Dunkeln. S.s Enkelin, Louise Codecasa ( * Pest/Budapest, 18. 1. 1856), lebte, nach Ausbildung an der Grazer landschaftlichen Zeichenakad. bei H. Schwach, als Porträtmalerin inWien und beteiligte sich an den Ausst. des Österr. Kunstver.


Werke: Hauptrollen: Selene (P. Guglielmi, Arsace); Armida (ders., Rinaldo); Stella (A. Salieri, Il moro); Ciprigna (V. Martin, I sposi in contrasto); Lena (V. Fioravanti, L’astuta in amore); Faustina Belcore (D. Cimarosa, I nemici generosi); etc.
Literatur: Bohemia vom 4. 11. 1887; G. R. Kruse, Die erste Donna Anna, in: Mitth. für die Mozart-Gemeinde in Berlin 12, 1901, S. 70 f., 13, 1902, S. 109; Baker, 6. Aufl.; Enc. dello spettacolo; Fétis; Grove, 1980; K. H. Trögen, Freye Bemerkungen über Berlin, Leipzig und Prag . . ., 1785, S. 98; Geschichte des Theaters in Leipzig, 1818, S. 517, 519, 521; P. Cambiasi, Rappresentazioni date nei r. teatri di Milano 1778–1872, 1872, S. 7; O. Teuber, Geschichte des Prager Theaters 2, 1885, S. 129 f., 225 f., 232, 236; C. Ricci, I teatri di Bologna nei secoli XVII e XVIII, 1888, S. 515; A. Frh. Procházka, Mozart in Prag, 1892, S. 71 ff., 81; C. L. Costenoble’s Tagebücher von seiner Jugendbis zur Übersiedlung nach Wien (1818), hrsg. von A. v. Weilen, 1 ( = Schriften der Ges. für Theatergeschichte 18), 1912, S. 16 ƒ.; G. De Saint-Foix, W.-A. Mozart 4, 1939, S. 189, 284; R.-A. Mooser, Annales de la musique et des musiciens en Russie au XVIIIme siècle 2, (1951), s. Reg.; H. Abert, W.-A. Mozart 2, (1956), S. 347, 352; La Musica, hrsg. von G. M. Gatti, 2, (1971); Enc. della Musica 5, (1972); K. J. Kutsch – L. Riemens, Großes Sängerlex. 2, (1987). –Louise Codecasa: Eisenberg, 1893, Bd. 1; Thieme-Becker; H. Fuchs, Die österr. Maler des 19. Jh., Erg.Bd. 2, 1979; R. Schmidt, Österr. Künstlerlex., (1979).
Autor: (C. M. Gruber – H. Reitterer)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 45, 1988), S. 422f.

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