Sauer, Karl

Sauer Karl (Marquard), Ps. M. Alland, Schulmann, Philologe und Schriftsteller. * Mainz (BRD), 18. 1. 1827; † Freiberg, Sachsen (DDR), 4. 4. 1896.

Sohn eines Tischlers; unterrichtete 1847–50 (mit Unterbrechung durch eine längereEnglandreise) neuere Sprachen an privaten Inst. in Frankfurt a. M., danach in Wien, später auch alsselbständiger Privatlehrer. Ab 1857 wirkte S. an der Handelslehranstalt in Leipzig, ab 1864 als Prof. für französ. Sprache an der Handelsakad. in Prag. 1876 wurde er als Dir. an die 1877 eröffnete Handelshochschule „Stiftung Revoltella“ in Triest berufen, an der er auch kaufmänn.Korrespondenz sowie dt., engl. und span. Sprache und Literatur lehrte. 1885 Reg.-Rat, 1893 i. R. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Salzburg. Neben seinem pädagog. Wirken war S. auch Journalist, (u. a. Feuilletonmitarbeiter und Theaterreferent des „Leipziger Journals“, der „Prager Zeitung“ und der „Triester Zeitung“) und literar, tätig: Seine, häufig in Ztg. vorabgedruckten, Romane sind zumeist leichte, gängige Unterhaltungsware, locker und spannend geschrieben. Bedeutender jedoch lassen ihn seine Stud. zur italien. Literatur (u. a. Manzoni, s. d.) erscheinensowie seine in verschiedenen Sprachen abgefaßten Grammatiken, Lehr- und Übungsbücher, bes. für Italien, und Span., die hohe Aufl. und immer neue Bearb. erlebten.


Werke: (Erstaufl.): Italian conversation-grammar, 1858; Kleine italien. Sprachlehre, 1866; Dialoghi italiani, 1866; Korporal Hilscher. Ein Dichterleben, 1867; Span. Conversations-Grammatik, 1868; Italien. Conversations-Grammatik, 3. Aufl. 1868; Ein Wort über den Unterricht in der neueren Sprache an österr. Mittelschulen und Hochschulen, 1869; Kinderder Zeit, 3 Bde., 1870 (Roman); Nouvelle grammaire espagnole, 1871; Nuova grammatica tedesca . . ., gem. mit G. Ferrari, 1871; A. Manzoni, 1871; Im blauen Ritter, 2 Bde., 1874 (Roman); Reclame, 3 Bde., 1875 (Roman); Die Loge zur brennenden Fackel, 2 Bde., 1876 (Roman); Freunde und Gönner, 3 Bde., 1879 (Roman); Geschichte der italien. Literatur von ihren Anfängen bis auf die neueste Zeit ( = Geschichte der Weltliteratur inEinzeldarstellungen 3), (1883); Diálogos castellanos. Span. Gespräche, gem. mit W. A. Röhrich, 2. Aufl. 1885; Portugies. Konversations-Grammatik, gem. mit G. C. Kordgien, 1887; Kleine span. Sprachlehre . . ., gem. mit H. Runge, 1888; Italien. Konversations-Lehrbuch . . ., 4. Aufl. 1891; Licht- und Schattenbilder aus dem Wr. Leben, o. J., 2. Aufl.: Wr. Licht- undSchattenbilder ( = Bergson’s Eisenbahnbücher 46), o. J.; etc. Hrsg.: Bibl. moderna italiana. Für den Unterricht im Italien, 1 ff., 1878 ff.; etc.
Literatur: Salzburger Volksbl. vom 8., N. Fr. Pr. vom 9., Salzburger Ztg. vom 11. 4. 1896; 16. Jahresber. der . . . Internationalen Stiftung: Mozarteum in Salzburg 1896, (1897), S. 22 ff.; Mitth. der Ges. für Salzburger Landeskde. 36, (1896), S. 424 ff.; Biograph. Jb. 3, 1900, Sp. 101 f. (Totenliste); Brümmer; Kosch; A. de Gubernatis, Dizionario biografico degli scrittori contemporanei 2, 1880; F. Bornmüller, Biograph. Schriftsteller-Lex., 1882; Enc. universal ilustrada Europeo-americana 44, (1927); Staatsarchiv, Triest, Italien.
Autor: (E. Lebensaft – M. C. Triadan Baruffo)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 45, 1988), S. 441f.

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  • geboren in > Mainz
  • gestorben in > Freiberg