Savio, Franz Leopold

Savio Franz Leopold, Schriftsteller und Jurist. * Görz, 22. 1. 1801; † Görz, 17. 9. 1847.

Sohn des Juristen Franz J. S. (1754–1839); absolv. in Laibach (Ljubljana), Görz und Wien die philosoph. Jgg., stud. dazwischen auch einige Zeit Theol. in Görz, auf Wunsch des Vaters jedoch 1822–26 Jus an der Univ. Padua, 1827 Dr. jur. Ab 1828 war S. Auskultant beim Strafgericht in Venedig, ab 1835 lebte er als Gerichtsrat in Görz. Bereits mit 14 Jahren begann S. zu dichten, daneben übers. er Dichtungen aus dem Latein., Griech., Engl. und Französ. ins Dt., später auch philosoph. und kulturgeschichtliche Schriften von Herder, Schiller und F. Schlegel ins Italien. Seine eigenen poet. Werke, zumeist nicht im Druck erschienen, sind an Vorbildern wie Klopstock, dem dt. Volkslied, später Schlegel und Z. Werner, Petrarca und Alfieri geschult, häufig Gelegenheitsdichtungen, aber auch Ged. reflexiven, religiös-bekenntnishaften Inhalts. S.s Funktion ist im wesentlichen die eines geistigen Anregers, eines Vermittlers der dt. Romantik in den Raum der nördlichen Adria. Für die slowen. Literaturgeschichte wurde er vor allem durch seine ab 1818 datierende Freundschaft mit dem Philologen Cop (s. d.) – durch den auch die Verbindung zu Prešeren (s. d.) gegeben war – bedeutsam. Der überaus reiche Gedankenaustausch beider bes. über Fragen der Literaturgeschichte sowie über linguist. Probleme fand in einem regen Briefwechsel Niederschlag.


Literatur: Über die Görzer Landräte: Dr. F. S. und Dr. F. L. S., hrsg. von F. X. Zimmermann, in: 1912. K.k. Staatsgymn. in Görz. 62. Jahresber… . 1911/12, 1912, S. 27 ff.; Nova Zhopova pisma, hrsg. von F. X. Zimmermann, in: Veda 4, 1914, S. 97 ff., 251 ff., 381 ff.; ders., in: Carinlhia I, 145, 1955, S. 790 ff.; Giebisch-Gugitz; Nagl-Zeidler-Castle 4, S. 1271 f.; SBL; I due S., in: Della Principesca Contea di Gorizia-Gradisca, 1976; J. Kos, M. Cop, 1979, s. Reg.; E. Kosuta, L’epistolario e il diario di F. L. S. (1801–47), Diplomarbeit, Univ. Triest, 1980; A. Slodnjak, F. Prešeren, 1984. s. Reg.; F. Coronini, La Contea di Gorizia illustrata dai suoi figli, 1984, S. 109; Pisma Matije Copa 1, hrsg. von A. Slodnjak und J. Kos, 1986.
Autor: (M. Brecelj)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 10 (Lfg. 46, 1990), S. 1

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