Sachse-Hofmeister, Anna

Sachse-Hofmeister Anna, geb. Hofmeister, Sängerin. * Gumpoldskirchen (NÖ), 26. 7. 1850; † Berlin, 15. 11. 1904.

Tochter eines Lehrers und Chorleiters; erhielt von ihrem Vater erstenUnterricht in Gesang und Violinspiel und besuchte dann 1864–1866 das Konservatorium der Ges. der Musikfreunde in Wien, wo sie bei G. Hellmesberger sen. (s. d.) Violine, bei Passy-Cornet Gesang stud. Nach privatem Gesangunterricht bei Proch (s. d.) debut. sie 1870 als Valentine in G. Meyerbeers „Die Hugenotten“ am Stadttheater in Würzburg, von wo sie 1872 als Primadonna an das Opernhaus Frankfurt a. M. ging. 1876–78, bis zu ihrer Heirat mit dem Tenoristen und Schriftführer des Dt. Bühnenver., Max S., gehörte S.-H. der Berliner Hofbühne an. Sie folgte dann einem Ruf ans Hoftheater Dresden, wo sie bis 1880 blieb. In diesem Jahr gastierte sie auch an der Wr. Hofoper. 1882 bis zur Beendigung ihrer Bühnenlaufbahn, 1888, war sie wieder an der Berliner Hofbühne engagiert; 1884 kgl. preuß. Kammersängerin. S.-H.s Repertoire umfaßte das Mozart- und das italien. Fach ebenso wie das Wagnerfach. Bes. ihre Sieglinde brachte S.-H. die Anerkennung Wagners; so bildeten auch die Londoner Auff. des „Rings des Nibelungen“ von 1884 den Höhepunkt ihrer Karriere.


Werke: Hauptrollen: Gfn. (W. A. Mozart, Die Hochzeit des Figaro); Donna Anna (ders., Don Giovanni); Leonore (L. van Beethoven, Fidelio); Euryanthe (C. M. v. Weber, Euryanthe); Leonore (G. Verdi, Der Troubadour); Amelia (ders., Ein Maskenball); Aida (ders., Aida); Senta (R. Wagner, Der fliegende Holländer); Elisabeth (ders., Tannhäuser); Elsa (ders., Lohengrin); etc.
Literatur: Die Woche vom 26. 11. 1904; Die Gartenlaube, 1888, S. 741, 770; Monatshe. für Musik-Geschichte 37, 1905, S. 101; Neuer Theater-Almanach 17, 1906; (J. Hagenauer), Musik aus Gumpoldskirchen. Die Opernsängerin A. S.-H., in: Gumpoldskirchner Nachrichten 5, 1986, n. 2, S. 5f.; Biograph. Jb. 10, 1907, S. 95 (Totenliste); Eisenberg, Bühnenlex.; Kosch, Theaterlex.; Mendel-Reissmann; Riemann, 11. Aufl.; O. G. Flüggen, Biograph. Bühnen-Lex. der Dt. Theater, 1892; A. Morsch, Deutschlands Tonkünstlerinnen, 1893, S. 71ff.; A. Ehrlich, Berühmte Sängerinnen, 1895, S. 172f.
Autor: (C. M. Gruber)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 44, 1987), S. 369f.

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