Rosenberg, Moritz

Rosenberg Moritz, Ps. Moritz Rott, Schauspieler und Schriftsteller. * Prag, 17. 9. 1796 (1797); † Berlin, 12. 3. 1867.

Sohn eines Kaufmannes; da ihm seine Tätigkeit in einem Prager Handlungshaus nicht zusagte, ging er nach Wien, um Schauspieler zu werden. Nach seinem Debut am Josefstädtertheater als Karl Moor in Schillers „Die Räuber“ waren Kaschau (Košice), Lemberg (L’viv), Olmütz (Olomouc), Linz und Leipzig seine nächsten Stationen. Ab 1821 war er – auch als Regisseur – am Theater a. d. Wien tätig, wo er u. a. als Grillparzers (s. d.) Kg. Ottokar reüssierte. Nach Gastspieltätigkeit war R. 1829–32 für das Fach des Ersten Liebhabers am Stadttheater in Leipzig engagiert (er war u. a. auch der erste Leipziger Faust), ab 1832 vor allem im Helden- und Charakterfach am Kgl. Hoftheater in Berlin. 1856 i. R., trat er noch in Gastspielen u. a. in Prag, Wien, Riga, München und Hamburg auf. In allen seinen Engagements war R. der erklärte Liebling des Publikums, wenn ihm auch die Kritiker häufig Maniriertheit und äußerliches Virtuosentum vorwarfen. Seinen schriftsteller. Versuchen war kein bleibender Erfolg beschieden.


Werke: Hauptrollen: Brutus (W. Shakespeare, Julius Cäsar); Hamlet (ders., Hamlet); Othello (ders., Othello); Shylock (ders., Der Kaufmann von Venedig); Götz (J. W.v. Goethe, Götz v. Berlichingen); Wilhelm Tell (F. v. Schiller, Wilhelm Tell); Wallenstein (ders., Wallenstein); Kesselflicker (S. H. v. Mosenthal, Der Sonnwendhof); etc. – Publ.: Der Freiwerber, in: Jb. dt. Bühnenspiele 21, 1842 (Lustspiel); Briefwechsel zwischen dem Künstler und Schauspieler M. Rott und einer Dame, 1867 (mit Vorwort); etc.
Literatur: (auch unter Rott): Fremden-Bl. vom 14., 15. und 18. 3. 1867; Allg. Ztg. (Augsburg) vom 19. 3. 1867 (Beilage); N. Fr. Pr. vom 23. 3. 1867 (Abendausg.); ADB; Eisenberg, Bühnenlex.; Giebisch–Gugitz; Goedeke, s. Reg.; Jüd. Lex.; Kosch, Theaterlex.; Wininger; Wurzbach; Allg. Theater-Lex., hrsg. von K. Herloßsohn und H. Marggraff 1846; F. Schulze, 100 Jahre Leipziger Stadttheater, 1917, s. Reg.; E. Neise, Das Kgl. Schauspielhaus in Berlin unter B. v. Hülsen (1851–59) . . ., phil. Diss.Berlin, 1956, bes. S. 42, 96 ff.; Bibliographia Judaica, bearb. von R. Heuer, 2, 1984.
Autor: (E. Lebensaft)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 251

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