Rokeach, Schalom

Rokeach Schalom, Rabbiner. Geb. Brody (Galizien), 10. 1. 1783; gest. Belz (Belz, Galizien), 11. 9. 1855.

Großvater des Vorigen; lebte zunächst bei seinem Onkel in Sokal (Sokal’), wo er von Rabb. Salomo von Luzk (Luc’k) beeinflußt wurde. Später näherte er sich in seinen religiösen Ansichten dem „Seher“ von Lublin, Rabbi Isak Horowitz, auf dessen Empfehlung er zum Rabb. von Belz ernannt wurde. Nach dem Tod von Horowitz wurde R. 1815 als religiöser Führer, Zaddik, anerkannt und errichtete ein großartiges Lehrhaus in Belz. Diese Richtung des Chassidismus, die sich nach dem ostgaliz. Städtchen Belz nannte, betonte vor allem die talmud.-rabbin. Grundlagen und stellte die Kabbala und Mystik weniger in den Vordergrund als andere chassid. Strömungen. Durch den Zustrom von Tausenden von Chassidim, zu denen rabbin. Autoritäten und bekannte Zaddikim gehörten, wurde Belz bald zum Mittelpunkt des Chassidismus in Galizien. R. vertrat radikal-konservative Anschauungen und war auch ein unbedingter Gegner der Haskala (Aufklärung). Zahlreiche Legenden berichten von den Wundertaten, die er vollbracht haben soll. Er war der Wortführer der galiz. Juden und stets um die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse bemüht. Er erwarb sich auch in der Ukraine, in Podolien und Nordungarn zahlreiche Anhänger. R.s Sohn, Rabbi Jehoschua (1825–94), blieb den Prinzipien seines Vaters treu.


Literatur: Jüd. Lex.; Wininger; M. I. Guttman, Rabbi Schalom mi-Belz, 1935; ders., Belz, 1952; M. Rabinowicz, Guide to Hassidism, 1960, S. 93 f.; L. I. Newman. Hassidic Anthol., Neuaufl. 1963; I. Klapholz, Admurei Belz 1, 1972.
Autor: (Sh. Spitzer)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 43, 1986), S. 220

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