Reitzenbeck, Heinrich

Reitzenbeck Heinrich, Schriftsteller, Apotheker und Schulmann. * Wels (OÖ), 7. 7. 1812; † Salzburg, 6. 2. 1893.

Sohn eines Kaufmannes; besuchte das Gymn. in Linz, wo er auch bei J. Schiedermayr Musikstud. betrieb, und absolv. danach seine Lehrzeit als Pharmazeut in Gastein. Ab 1836 stud. R. an der Univ. Wien Pharmazie, 1838 Mag. pharm. Nach Tätigkeit in Bozen und Meran wurde er 1842 Provisor an der Linzer Wasserapotheke, 1850 an der Hofapotheke in Salzburg. Auf Anregung Stifters, der ihn sehr schätzte, widmete sich R. dem Lehrfach, jedoch schlugen die Bemühungen Stifters, ihn an die Linzer Realschule zu bringen, fehl. Statt dessen unterrichtete R. 1851–77 an der Salzburger Realschule dt. Sprache und Literatur sowie Naturgeschichte und Chemie. R. interessierte sich für Pädagogik, trat selbst mit naturwiss., hist. etc. Schriften, aber auch mit zahlreichen Ged. und Erz. hervor. Seine Bedeutung liegt in seiner Verbindung zu Stifter und Stelzhamer, deren jeweils erster Biograph er war.


Werke: Glimmer, 4 Bde., 1846; Der Einfluß der Naturgeschichte auf die Bildung der Jugend, in: Programm der . . . Unter-Realschule in Salzburg, 1854; Kinder-Geschichten gegen Thierquälerei, 1855; Beitrr. zu einer Geschichte der botan. Forschungen in Salzburg, in: Jahresber. der Unterrealschule in Salzburg, 1856; Stilles Glück, 1864; F. Stelzhamer, in: 5. Jahres-Ber. der k. k. Oberrealschule in Salzburg, 1872, selbständig 1872; A. Stifter . . ., in: Libussa. Jb. für 1853, 12, o. J., hrsg. von M. Stefl, 1948 (mit biograph. Vorwort); Beitrr. u. a. in Oberösterr. Jb. für Literatur und Landeskde., Linzer Ztg., Bll. (aus Salzburg) für Erziehung und Unterricht; etc. Red.: Bll. (aus Salzburg) für Erziehung und Unterricht 1–7, 1855–61.
Literatur: Salzburger Volksbl. vom 7. 2. und Salzburger Chronik vom 27. und 28. 2. 1893; 10. Jahres-Ber. der k. k. Ober-Realschule in Salzburg, 1877, S. 18; M. Feichtlbauer, Salzburgs hochdt. Literatur von 1850–1917 im Rahmen der dt. Literaturentwicklung, in: Mitt. der Ges. für Salzburger Landeskde. 57, 1917, S. 77 f.; A. Markus, A. Stifter und die Linzer Realschule, in: Adalbert Stifter-Inst. des Landes Oberösterr. Vjs. 3, 1954, S. 64 ff.; O. Jungmair, A. Stifters Freundeskr. in Linz, in: Oberösterr. Heimatbll. 9, 1955, S. 255, 265 ff.; G. Wacha, 300 Jahre Wasserapotheke, in: Hist. Jb. der Stadt Linz 1973/74, 1974, S. 208 ff.; J. Hauer, Die Mundartdichtung in OÖ, in: Mitt. der Mundartfreunde Österr. 31, 1977, F. 3–4, S. 24 f.; Brümmer; Giebisch-Gugitz; Kosch; Kosch, Kath. Deutschland; Krackowizer; Leimbach 8; Nagl– Zeidler–Castle 2–3, s. Reg.; Wurzbach; Aus dá Hoamát, hrsg. von H. Zötl, A. Matosch und H. Commenda, 1885, S. 178; J. Schmidt, Linzer Kunstchronik 2, 1951, S. 244 ff.; O. Jungmair, A. Stifters Linzer Jahre ( = Schriftenr. des Adalbert Stifter-Inst. des Landes OÖ 7), 1958, s. Reg. und S. 348; A. Großschopf, A. Stifter. Leben, Werk, Landschaft, (1967), S. 129; F. Stelzhamer . . . ( = Kat. des Oberösterr. Landesmus. 87), 1974, S. 44, 57; Dt. Apotheker-Biographie, hrsg. von W.-H. Hein und H.-D. Schwarz, 2 ( = Veröff. der Internationalen Ges. für Geschichte der Pharmazie e. V., NF 46), 1978.
Autor: (G. Wacha)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 41, 1984), S. 72f.

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  • geboren in > Wels
  • gestorben in > Salzburg