Pražák, Ottokar Frh. von

Pražák Ottokar Frh. von, Politiker und Jurist. * Brünn (Brno, Mähren), 21. 11. 1858; † ebenda, 18. 10. 1915.

Sohn des Juristen und Politikers Alois Frh. v. P. (s. d.); stud. an der Univ. Wien (1879/80) und an der Tschech. Univ. in Prag (1883 als erster Absolvent Dr. jur.) und ließ sich nach der Gerichtspraxis als Advokat in Brünn nieder. P. war 1890–1915 mähr. Landtagsabg., 1897–1911 Reichsratsabg. (Alttschech. Partei). 1897–1905 beteiligte er sich an den mähr. Ausgleichsverhandlungen (1897–99 Mitgl. des Ausgleichsausschusses, 1900 für die tschech. Volkspartei bei den Koerberschen Ausgleichsversuchen der Verständigungskonferenzen, 1902–05 im Permanenzausschuß und 1905 beim Wahlreformausschuß des mähr. Landtages). Bei der Mitarbeit an den mähr. Ausgleichsgesetzen war er Exponent der tschech. Schulforderungen (1898 Plan der Gründung einer tschech. Univ. in Mähren). Als Präs. der mähr. Sektion des tschech. Nationalrates strebte er sukzessive nach der Gleichberechtigung des eigenen Volksstammes im Rahmen des bestehenden Reiches. P. erfüllte in Brünn außerdem zahlreiche Funktionen im Bank- und Versicherungswesen und war Mitgl. der dortigen Advokaten- und Handelskammer.


Literatur: N. Wr. Tagbl., RP (Nachmittagsausg.), Fremden-Bl., Wr. Ztg. und Mähr.-schles. Korrespondent vom 19. 10. 1915; Knauer; Masaryk; Otto 20; F. Freund, Das österr. Abg.Haus 1907–13, 1907; A. Wilhelm, Die Reichsrats-Abg. des allg. Wahlrechtes, 1907; Illustriertes österr.-ung. Ehren-Buch. Almanach der Mitgl. des k.-österr. Franz Joseph-Ordens, 1909; G. Kolmer, Parlament und Verfassung in Oesterr. 6, 1910, S. 400, 7, 1911, S. 147; H. Glassl. Der mähr. Ausgleich, 1967, S. 51, 81 ff., 128 f., 176, 187, 202 f.
Autor: (E. Brix)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 38, 1981), S. 250

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