Pembaur, Karl Maria

Pembaur Karl Maria, Musiker. * Innsbruck, 24. 8. 1876; † Dresden, 6. 3. 1939.

Sohn des Musikers Josef P. d. Ä. (s. d.), Bruder des Vorigen; erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater, kam in die Schule des Innsbrucker Musikver. (Orgel, Klavier, Violoncello) und wurde 1891 für seine Leistungen im Orgelspiel mit dem Franz Greilpreis ausgezeichnet. Trat in Konzerten auch als Cellist auf. Er absolv. 1896–1900 die Akad. der Tonkunst in München und war hier u. a. Schüler von Rheinberger (Orgel, Komposition) und Werner (Violoncello). Bereits 1900 wurde er in Dresden zum Organisten an der kath. Hofkirche und zum Solorepetitor der Hofoper bestellt, 1903 wurde er Chormeister der Dresdener Liedertafel, die 1938, anläßlich ihres 100jährigen Bestandes, eine K. M. Pembaurmedaille stiftete. 1910–13 leitete er die Schumannsche Singakad., 1913–39 war er mit der Dion, der Instrumental- und Vokalmusik an der Hofkirche betraut. Als Komponist von Liedern und vielaufgeführten Männerchören folgte P. dem nachromant. Vorbild seines Vaters; moderner war er in der Kirchenmusik, die Einflüsse von Bruckner (s. d.), in späteren Werken mitunter auch von Reger und des Impressionismus aufweist. Als Musikschriftsteller behandelte er in zahlreichen Aufsätzen insbes. Fragen der modernen Kirchenmusik.


Werke: 5 Messen (davon eine Plenariumsmesse); 9 kleinere Kirchenwerke; 19 Männerchöre; 13 Lieder; 5 Duette; Wiedersehen (Melodram); Sei’n Sie vorsichtig! (Singspiel); zahlreiche Manuskripte. Publ.: Drei Jhh. Kirchenmusik am sächs. Hofe, 1920; Abhh. in Z.
Literatur: Innsbrucker Nachr. vom 10. 11. 1933 und 22. 8. 1936; Tiroler Anzeiger vom 6. 11. 1936; Tiroler Heimatbll., 1939, S. 106 f.; Z. für Musik 106, 1939, S. 403 f.; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Riemann; Kosch, Das kath. Deutschland.
Autor: (W. Senn)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 35, 1978), S. 403f.

Links

Download

Lifeline

Orte

  • geboren in > Innsbruck
  • gestorben in > Dresden