Ortner von Rodenstätt, Norbert

Ortner von Rodenstätt Norbert, Internist. * Linz, 10. 8. 1865; † Salzburg, 1. 3. 1935.

Bruder des Bibliothekars Max O. (s. d.); stud. an der Univ. Wien 1883–88 Med., 1889 Dr. med. War zunächst als Sekundararzt im Kronprinz Rudolf-Kinderspital, dann bis 1893 in der Krankenanstalt Rudolfstiftung tätig. 1893 folgte er Neusser (s. d.) als Ass. an die II. med. Klinik, 1895 Habil. für Innere Med., 1899 tit. ao. Prof.; 1900 wurde O. Primarius am Franz-Josefspital, 1903 am Allg. Krankenhaus. 1907 o. Prof. der inneren Med. an der Univ. Innsbruck, 1911 o. Prof. der speziellen med. Pathol. und Therapie an der Univ. Wien, wo er zunächst in der Nachfolge Strümpells Vorstand der III. med. Klinik, nach dem Tode Neussers der II. med. Klinik wurde. 1930 emer. 1916 nob. Die Arbeiten O.s, der ein hervorragender Diagnostiker war, galten der Lungentuberkulose, den Krankheiten der Gallenwege, neurolog. Fragestellungen, vor allem aber den Erkrankungen der Kreislauforgane. Er wies auf die Mischinfektion bei Lungentuberkulose hin, erkannte die Infektion der Gallenwege als Ursache ihrer Erkrankungen, bes. der Gallensteinleiden. Er beschrieb als erster die perakute Stauungsleber und die Dyspragia intermittens angiosclerotica abdominalis, eine dem Krankheitsbild der Claudicatio intermittens entsprechende abdominelle Durchblutungsstörung des Mesenteriums. Nach O. ist eine Phonationsstörung durch Recurrenslähmung bei nicht aneurysmat. Herzkrankheiten, bes. bei Mitralstenose, benannt.


Werke: Leukämie und Pseudoleukämie, in: Wr. klin. Ws., Jg. 4, 1891; Zur angeborenen Enge des Aortensystems, ebenda, Jg. 4, 1891; Beitr. zur Leukämie im Kindesalter, in: Jb. für Kinderheilkde., 1891; Recurrenslähmung bei Mitralstenose, in: Wr. klin. Ws., Jg. 10, 1897; Vorlesungen über spezielle Therapie innerer Krankheiten, 1897, 6. Aufl. 1923, auch engl.; Die akuten Infektionskrankheiten im Greisenalter, in: Lehrbuch der Greisenkrankheiten, hrsg. von J. Schwalbe, 1909; Zur Klinik des interlobären Empyems nebst Bemerkungen zur Perkussion des Interscapularraumes, in: Med. Klinik, 1916; Klin. Symptomatol. innerer Krankheiten, 3 Bde., 1917, auch engl.; Autobiographie, in: Die Med. der Gegenwart in Selbstdarstellungen, hrsg. von L. R. Grote, Bd. 4, 1925; Differentialdiagnostik innerer Krankheiten, gem. mit A. Luger, 1928; Klin. Epikrisen, Bd. 1, 1929; Körperschmerzen und ihre Differenzialdiagnostik, 1931; Zur Therapie der chron. hypokinet. Obstipation im höheren Lebensalter (Greisenalter) und dessen teilweiser Hygiene, in: Med. Klinik, 1935; etc.
Literatur: N. Fr. Pr. vom 10. 5. 1911, 15. 2. 1913 und 2. 3. 1935; Feierl. Inauguration, 1934/35; Wr. klin. Ws., Jg. 48, 1935, S. 313 f.; Fischer; Eisenberg, 1893, Bd. 2; Kürschner, Gel. Kal., 1925–35; Jb. der Wr. Ges., 1929; Krackowizer; Kosch, Das kath. Deutschland; Schönbauer, S. 354; Lesky, s. Reg.; B. Leiber–G. Olbrich, Die klin. Syndrome, Bd. 1, 4. Aufl. 1966, S. 539 f.
Autor: (M. Jantsch)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 33, 1977), S. 256

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  • geboren in > Linz
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