Neumann, Julius

Neumann Julius, Schauspieler und Sänger. * Altofen (Budapest-Óbuda, Ungarn), 4. 6. 1827; † Wiesbaden (Hessen), 7. 8. 1911.

Entstammte einer Familie, der auch eine Reihe bekannter Volkssänger angehörten; stud. ab 1847 an der Univ. Wien, dann am Polytechnikum und wieder an der Univ. Naturwiss., wandte sich aber schließlich dem Theater zu und debut. 1854 in Temesvar als Robert im „Erbförster“. Der Sänger F. Wild ermunterte ihn die Sängerlaufbahn einzuschlagen und erteilte ihm auch Gesangunterricht. 1858–62 war N. u. a. am Hamburger Stadttheater als Tenor engagiert, bevor er wieder zum Sprechtheater zurückkehrte. 1862/63 am Stadttheater Düsseldorf noch als 1. Held, Liebhaber und Spieltenor beschäftigt, trat er ab 1863 nur mehr im Schauspiel auf. 1880–97 war er für Helden und zuletzt Heldenväter an das Mannheimer Nationaltheater verpflichtet, wo er zu den ersten Kräften des Ensembles zählte. N. war bad. Hofschauspieler.


Werke: Hauptrollen: Stradella (F. v. Flotow, Alessandro Stradella); Robert (O. Ludwig, Der Erbförster); Othello (W. Shakespeare, Othello); Wallenstein (F. v. Schiller, Wallenstein); Präs. v. Walter (ders., Kabale und Liebe); Tjälde (B. Björnson, Ein Fallissement); Werner (G. E. Lessing, Minna v. Barnhelm); Holofernes (F. Hebbel, Judith); etc.
Literatur: Biograph. Jb., 1914; Neuer Theater-Almanach, 1912, S. 171 f.; Eisenberg; O. G. Flüggen, Biograph. Bühnenlex. der dt. Theater, 1892; Kosch, Theaterlex.; G. H. Müller, Das Stadttheater zu Leipzig von 1862–87, 1887; E. L. Stahl, Das Mannheimer Nationaltheater, 1929, S. 126.
Autor: (E. Marktl)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 31, 1976), S. 92f.

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