Münch von Bellinghausen, Joachim Gf.

Münch von Bellinghausen Joachim Graf, Verwaltungsbeamter. * Wien, 29. 9. 1786; † Wien, 3. 8. 1866.

Onkel des Vorigen, Bruder des Verwaltungsbeamten Anton R. Frh. M. v. B. (s. d.); hervorgegangen aus dem polit. Verwaltungsdienst in Böhmen (Leiter des Kreisamtes in Leitmeritz, Stadthptm. in Prag), erwarb er sich dort wesentliche Verdienste um den Kurort Franzensbad, kam aber dann nach erfolgreichem Abschluß der Verhh. über die Elbeschiffahrt 1822 als Hofrat in den diplomat. Dienst der Staatskanzlei, wo er zum 2. Geschäftsführer des Büros bestellt wurde. 1823–48 wirkte M. als Bundespräsidialgesandter in Frankfurt. Seine Tätigkeit wurde zumeist, u. a. auch von Erzh. Johann (s. d.), negativ beurteilt. M. gehörte dem engeren Kreis um Staatskanzler Metternich (s. d.) an, der ihn vielfach auch in Wien verwendete. Seine Herkunft – seine Mutter war eine geborene v. Penkler – brachte ihn in Beziehung zu K. M. Hofbauer (s. d.) und dessen Schülern. Vielfach geehrt und ausgezeichnet, u. a. 1821 Ritterkreuz des St. Stephan-Ordens, 1823 Geh.Rat, 1831 Gf., 1841 Rang und Würde eines Staatsmin., 1847 Ehrenmitgl. der Akad. der Wiss. in Wien, 1861 lebenslängliches Mitgl. des Herrenhauses.


Literatur: Almanach Wien, 1867; Knauer; W. Kosch, Biograph. Staatshdb., Bd. 2, 1963 (Joachim Eduard M.); Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; ADB; Gräffer–Czikann; H. v. Srbik, Metternich, Bd. 2–3, 1925–54, s. Reg.; A. Löw, Die Frankfurter Bundeszentralbehörde, 1934; J. K. Mayr, Geschichte der österr. Staatskanzlei im Zeitalter des Fürsten Metternich, in: Inventare österr. staatlicher Archive 5/2, 1935, s. Reg.; R. Till, K. M. Hofbauer und sein Kreis, in: Beitrr. zur neueren Geschichte des christlichen Österr., 1951; V. Karell, Das Egerland und seine Weltbäder, 1966.
Autor: (W. Goldinger)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 434f.

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