Moriggl, Alois

Moriggl Alois, Seelsorger und Heimatforscher. * Nauders (Tirol), 24. 2. 1810; † Zirl (Tirol), 1. 3. 1866.

Bauernsohn; nach Stud. der kath. Theol. in Linz und Brixen 1834 Priesterweihe; wurde Lehrer an der 1830 in Brixen eröffneten und 1835 nach Solbad Hall verlegten Taubstummenanstalt und 1838 deren Dir., mußte aber 1844 nach sehr verdienstvollem Wirken diesen Posten aus Gesundheitsgründen aufgeben und versah bis zu seinem Tode die Stelle eines provisor. Frühmessers in Zirl, wo er sich um den Neubau der Pfarrkirche (1847/48) große Verdienste erwarb. Auf Grund sorgfältiger Stud. der ihm bei seinen beschränkten finanziellen Mitteln erreichbaren Quellen und auch nach Befragung noch lebender Zeugen der Kriegsereignisse von 1799 und 1805 veröff. er einige gediegene, lebendig geschriebene Werke zur Tiroler Landesgeschichte. M. begleitete Kg. Friedrich August II. von Sachsen bei zwei Bergtouren in Tirol.


Werke: Errichtung der Taubstummen-Anstalt für Tirol und Vorarlberg, 1846; Letzte Reise Sr. Majestät des Kg. v. Sachsen, Friedrich August, von Zirl nach der Alpe Lisens . . ., 1854; Alpenblumen aus Tirol auf das Grab des höchstseligen Kg. v. Sachsen, Friedrich August II., 1854; Einfall der Franzosen in Tirol b. Martinsbruck und Nauders im Jahre 1799, 1855; Der Feldzug des Jahres 1805 und seine Folgen für Österr. und Tirol insbesonders, 3 Bde., 1861; Leben und Heldentod des Gf. Ludwig v. Lodron, k. k. Feldhptm., in: Z. des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg, F. 3, H. 11, 1863; Robert Baron v. Swinburne der tapfere Vertheidiger der Festung Scharnitz im Jahre 1805, in: Der Geschichtsfreund, 1866; Abhh. in Tiroler Stimmen, Bothe für Tirol und Vorarlberg, Volks- und Schützenztg.
Literatur: Bothe für Tirol und Vorarlberg vom 2. 3., Tiroler Stimmen vom 3.–6. 4. 1866; J. Kehrein, Biograph.-literar. Lex. der kath. dt. Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jh., Bd. 1, 1868; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; ADB; O. Stolz, Geschichte des Landes Tirol, Bd. 1, 1955, S. 88; N. Prantl, Heimat Zirl. in: Schlern-Schriften 212, 1960, S. 385 ff.; Mitt. E. Kühebacher, Bozen.
Autor: (O. Gschließer)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 29, 1975), S. 372f.

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