Mohr, Abraham Mendel

Journalist, geb. 11.4.1815 in Lemberg, gest. 29.5.1868 in Lemberg

War ein Kämpfer für die Haskalah, die jüd. Aufklärungsbewegung, die eine Synthese der Ideen der Aufklärung und der jüd. Tradition anstrebte und sich dazu der hebr. Sprache bediente, um jene Leser zu erreichen, die weder Dt. noch Poln. verstanden. 1836–39 gab er gem. mit anderen eine Z., Revue und Kritik der zeitgenöss. Schriftsteller, heraus, in der er führende jüd. Autoritäten so scharf angriff, daß sie von der österr. Zensur verboten wurde. Nach Aufhebung der Pressezensur 1848 gab er in Lemberg eine „Tsaitung“ in der Umgangssprache der Juden Galiziens heraus, um einen weiteren Leserkreis zu erreichen. Sie war die erste jidd. Ztg. überhaupt und erschien regelmäßig bis 1849, mit Unterbrechungen bis 1966. M. veröff. zahlreiche kleinere Schriften in hebr. Sprache (kurze Biographien von Columbus, Napoleon I. und III., Erzh. Karl, s. d., und Radetzky etc.), die Allgemeinbildung und hist. und geograph. Kenntnisse verbreiten sollten und zugleich eine Anpassung der hebr. Sprache an nichtreligiöse Themen bedeuteten. Sein größtes Werk ist eine Geographie Europas, die mehrere Aufl. erlebte; in das Kapitel über Lemberg hat er seine Autobiographie eingefügt.

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