Merwart, Karl

Merwart Karl, Schriftsteller. * Gora-Komenka (Bessarabien), 10. 4. 1852; † Wien, 20. 6. 1922.

Sohn des Komponisten Josef M., Bruder des Folgenden; besuchte 1863–1870 das dt. Obergymn. in Lemberg und wirkte schon damals als Geiger in Konzerten mit. Das Stud. der Romanistik begann er an der Univ. Krakau (1870/71), setzte es in Graz (1871–73) und Wien (1873–75) fort, 1875 Dr. phil. 1876–78 Prof. in Marburg a. d. Drau, ab 1878 an der Unterrealschule in Wien II., und daneben 1888–99 Prof. für französ. Sprache und Literatur an der Theresian. Ritterakad. in Wien. 1906 i. R. 1909–19 Doz. an der Wr. Handelsakad. Weite Studienreisen führten ihn durch Frankreich und Italien. M.s Schaffen, dessen Schwerpunkt auf literarwiss. und literarhist. Gebiet liegt, umfaßt auch erzählende Prosa und humorist. Verserzählungen. In seinen Arbeiten polit. Inhalts z. B. den Ersten Weltkrieg betreffend, nimmt er eine versöhnliche, menschlich-verständnisvolle Haltung ein.


Werke: Erster Zusammenstoß Polens mit Deutschland, seine Bedeutung und seine Folgen, 1874; Eine grammatikal. Untersuchung über: Quatre livres des Rois, par Le Roux, 1878; Eine Erzpessimistin (literarhist. Skizze), 1882; Zum 2. 12. 1888, in: Jahresber. der k. k. Unterrealschule in der Leopoldstadt, 1889; Reckenspässe (Heitere Märe), 1896; Der psycholog. Augenblick (Schwank), 1904; Russ. Geschichten (Sittenbilder), 1913; Tini ou les cours de l’alliance française (Komödie), 1914; An unsere jüngste Wehr (Gedicht), 1918; Juvenilia (Gedichte), 1920.
Literatur: Brümmer; Kürschner, 1891–93; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 4, S. 1399, 2158; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Kosel; Wer ist’s? 1905–22.
Autor: (B. Stachel)
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 28, 1974), S. 238

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