Matzinger, Franz Frh. von

Matzinger Franz Frh. von, Verwaltungsbeamter. * St. Pölten (NÖ), 23. 3. 1817; † Weidling (NÖ), 22. 8. 1896.

Sohn eines Lehrers; stud. an der Univ. Wien Jus, 1841 Dr.jur.; trat 1839 in den Staatsdienst, war ab 1850 im Innenmin., 1854 Ministerialsekretär und Referent in der ständigen Ver.Komm. des Innenmin. 1857 Sektionsrat, 1876–88 Vorsitzender der Ver.Komm., 1874 Sektionschef, 1890 i. R.; 1859 nob., 1879 Frh., 1884 Geh.Rat. Ungefähr ab 1856 mit den einleitenden Arbeiten für die Wr. Stadterweiterung betraut, hatte er schließlich die gesamte finanzielle, jurid. und ideelle Leitung des Stadterweiterungsfonds. Während seiner Amtszeit entstand der Großteil der Ringstraßenzone. Er hatte großen Anteil an den Verhh. über die Regulierung der Zinsfuß- und Wuchergesetze um 1850 und vermochte durch seine kluge Geschäftsführung den Stadterweiterungsfonds durch alle wirtschaftlichen Krisen zu lavieren. Daneben war er auch mit der Revision der in den Geschäftsbereich der beiden techn. Dep. des Innenmin. fallenden Angelegenheiten betraut. M. war Mitgl. aller Baukomitees für öff. Bauten, um die Interessen des Fonds zu vertreten, wobei er oft eine erstaunliche Einsicht in künstler. Probleme zeigte. M., 1883–92 Präs. des Hofbau-Comités, gilt als der geistige Schöpfer der Arkadenhäuser um das Rathaus. Sein letztes Werk war die Regulierung des Franz Josefs-Kais.


Literatur: Die Presse vom 27. 6. 1868, 24. 3. 1870 und 23. 8. 1896; Morgenpost vom 7. 1. 1878; Wr. Tagbl. vom 27. 2. 1887; Illustriertes Wr. Extrabl. vom 22. 8., N. Fr. Pr. vom 23. 8., RP vom 25. 8. 1896; F. J. Weiss, Die Geneal. der M., ca. 1950, S. 14 ff.; Gotha, Frh., 1881; Allg. Verw. A., Haus-, Hof- und Staatsarchiv, beide Wien.
Referenz: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 27, 1974), S. 154

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  • geboren in > St. Pölten
  • gestorben in > Klosterneuburg